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Sichtbare Fortschritte im Memorandum Oost-Nederland – Münsterland

Am Montag, den 21. Juni, fand die jährliche Deutsch-Niederländische Landrätekonferenz im Rahmen des Memorandums Oost-Nederland – Münsterland statt. Das Memorandum ist ein grenzüberschreitendes Kooperationsprogramm. Darin arbeiten die Provinzen Gelderland und Overijssel, die Regionen Twente und Achterhoek, die Stadt Münster, die Kreise im Münsterland, die Bezirksregierung Münster und die EUREGIO grenzüberschreitend an vier Themenbereichen zusammen. Diese vier Themenbereiche sind Bildung, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Mobilität. Während der Landrätekonferenz diskutierten Vertreter der kooperierenden Partner über die Fortschritte bei den verschiedenen Maßnahmen. In diesem Jahr wurden wieder sichtbare Fortschritte erzielt.

Innerhalb der Themenbereiche werden verschiedene grenzüberschreitende Maßnahmen durchgeführt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, dass Grenzbewohner die Grenze nicht mehr als Hindernis, sondern als Chance wahrnehmen.

Im Bereich Mobilität wurde zum Beispiel an der grenzüberschreitenden Busverbindung zwischen Bocholt und Aalten gearbeitet: Der internationale Bus wird ab dem 18. August 2021 täglich im Einsatz sein. Zudem konnte ein breites Interesse für das Vorhaben, einen Masterplan für den gesamten Streckenverlauf eines Radschnellweges zwischen Zwolle und Münster zu erstellen und in einem Projekt umzusetzen, verzeichnet werden. Das Masterplan-Projekt wurde schließlich im März diesen Jahres vom EUREGIO-Rat genehmigt und die Fertigstellung wird für Herbst 2021 angestrebt.

Im Bereich der Bildung wurde das Projekt „Sprich Deine Nachbarsprache“ erfolgreich abgeschlossen. In diesem Projekt lernen Grundschüler in der Grenzregion die Sprache und Kultur des jeweiligen Nachbarlandes kennen. Letztes Jahr gewann das Projekt den Grensland-Preis während der Grensland-Konferenz. Auch wurde eine neue Initiative ins Leben gerufen: die Euregionalen Doorlopende Leerlijn (EDL), in der niederländische und deutsche Partner in einer Plattform zusammenarbeiten. Das Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler, Studierenden sowie Traninees in der Grenzregion die Möglichkeit haben, euregionale Kompetenzen zu erwerben. Zum Beispiel: das Erlernen der Sprache und Kultur des jeweils anderen Nachbarlandes, die Teilnahme an Austauschprogrammen, Praktika sowie Trainees über die Grenze hinweg. Dies hilft Grenzbewohnern, eventuell auf beiden Seiten der Grenze zu arbeiten. Das Projekt befindet sich noch in einer Pilotphase.

Weiterhin konnte im Themenbereich Bildung der Ausbau eines Netzwerkes erfolgreich fortgeführt werden. Das zeigte sich auch bereits während eines gemeinsamem Treffens von Vertretern des Kreises Coesfeld (Schulverwaltung, Kreisbildungsbüro, Grundschule) sowie der Regio Twente bzw. der Saxion bei zwei niederländischen Grundschulen in Glanerbrug und Enschede im Jahr 2020. Aus diesem Austausch resultierte der Wunsch eine weitere Vernetzung vorzunehmen und schließlich konnte dadurch eine Verbindung zum Projekt „Digita(a)l Euregio Education – Digitalisierung in der Bildung“ hergestellt werden. Das Interesse für einen Austausch erstreckte sich dabei über die Trekker Kreis Coesfeld und Regio Twente hinaus auch auf weitere Teilregionen wie beispielsweise Warendorf, Steinfurt, Borken und Münster.

Um die Wirksamkeit und Entwicklung der insgesamt 20 Maßnahmen zu beurteilen, wurde zudem ein Grenzlandmonitor entwickelt. Dieser soll nun weiter ausgebaut werden und um weitere Indikatoren ergänzt werden. Zur Ermittlung dieser weiteren Indikatoren haben sich im Januar 2021 rund 60 Personen aus dem Themenumfeld der Memorandumsmaßnahmen zu einem Workshop getroffen. Die große Anzahl an Teilnehmenden ist dabei nicht nur ein eindrucksvolles Zeugnis für das Interesse und den Bedarf an statistischem Hintergrundmaterial, sondern stellt auch die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie die Lebendigkeit des Memorandums heraus.

Neben einer Reihe von Projekten wurde schließlich auch die Zusammenarbeit während der Corona-Krise besprochen. Gerade in dieser Zeit erwies sich die grenzüberschreitende Kommunikation, die Zusammenarbeit und das Lernen voneinander als sehr wichtig.

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