EUREGIO-Geschäftsführer wirbt in Ahlen für mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit

17.06.2026. Die Chancen der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen dem Ahlener Bürgermeister Matthias Harman und dem Geschäftsführer der EUREGIO, Christoph Almering. Almering war jetzt zu Gast im Ahlener Rathaus.

Im Gespräch mit Bürgermeister Harman machte Almering deutlich, dass Kommunen auf beiden Seiten der Grenze vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Besonders der demografische Wandel sei sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden deutlich spürbar. Dabei sei die EUREGIO eine ausgeprägte Stadt-Land-Region. Interessiert zeigte sich Harman  zudem an den politischen Strukturen in den niederländischen Kommunen im Ländervergleich.

Besonders am Herzen liegt Almering die Förderung gemeinsamer deutsch-niederländischer Projekte. Die EUREGIO unterstütze über den Interreg Kleinprojektefonds Kommunen, Vereine, Bildungseinrichtungen und Unternehmen bei der Suche nach Partnern und bei der Beantragung von Fördermitteln. Die Palette des Beratungs- und Informationsangebots des Zweckverbands sei sehr breit, betonte er und verwies insbesondere auf die Dienstleistungen des GrenzInfoPunkts EUREGIO, dessen Berater Grenzgängern zur Seite stehen, die über die Grenze arbeiten, unternehmen, studieren oder wohnen oder dies vorhaben.

Generell gelte es, die Chancen der Grenzregion stärker in den Blick zu nehmen, so Almerings Wunsch. Rund ein Drittel aller Deutschen lebe in einer Grenzregion. Die EUREGIO werbe deshalb für eine „360-Grad-Perspektive“: Auch jenseits der Grenze eröffneten sich Möglichkeiten für Bildung, Wirtschaft und gesellschaftliches Engagement. Gerade Schulen könnten von der Zusammenarbeit profitieren. Bereits kleine grenzüberschreitende Projekte würden durch den überaus erfolgreichen Interreg Kleinprojektefonds mit bis zu 25.000 Euro unterstützt. Der bürokratische Aufwand sei bewusst gering gehalten. Der Antrag für ein Kleinprojekt werde über ein Online-Formular gestellt. Sein Appell an Vereine, Institutionen und Bildungseinrichtungen in Ahlen: „Schöpfen Sie das aus.“

Auch Auslandsaufenthalte in den Niederlanden könnten für junge Menschen attraktive Perspektiven eröffnen. Als eine der weltweit führenden Handelsnationen biete das Nachbarland vielfältige Möglichkeiten für Bildung und Beruf. „Das ist nicht unbedingt schlechter als ein halbes Jahr in Australien.“ Dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit bereits erfolgreich funktioniert, zeigen verschiedene Beispiele aus Ahlen. Seit 2019 wurden im Rahmen des europäischen Interreg-Programms unter anderem der Nachbarschaftstreff in einer VIVAWEST-Wohnung am Föhrenweg sowie das Projekt „Green Team Ahlen“ zur Förderung des Zusammenlebens in Wohnquartieren umgesetzt.

Im Bildungsbereich bestehen ebenfalls Kontakte. Erst kürzlich besuchten Beschäftigte des Aventus Berufskollegs aus Apeldoorn im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg das St.-Vincenz-Berufskolleg in Ahlen. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch im sozialen Ausbildungsbereich, Hospitationen im Unterricht sowie Besuche verschiedener Einrichtungen der St.-Vincenz-Gesellschaft. Almering verwies auf die vielfältigen Fördermöglichkeiten von Interreg Deutschland-Nederland, die von niedrigschwelligen Begegnungsprojekten über langfristige Kooperationen bis hin zu größeren Vorhaben mit Fördersummen von mehr als 25.000 Euro reichen. Die Geschäftsstelle in Gronau mit den Koordinatoren des Interreg-Kleinprojektefonds und dem Regionalen Programmmanagement Interreg stehe Interessierten dabei als unkomplizierte Ansprechpartnerin zur Seite.

Austausch EUREGIO Stadt Ahlen

Tauschten sich aus über Möglichkeiten der Kooperation mit den Niederlanden: (v.l.) Karina Benjilany (Strukturförderin der Stadt Ahlen), Matthias Harman, Dr. Gerd Reuter (EUREGIO), Stadtbaurat Thomas Köpp, Christoph Almering. (Foto: Stadt Ahlen)