Erste Auslandspraktika am Gymnasium Remigianum

Erstmals in der langen Geschichte des Gymnasiums Remigianum haben dort Schülerinnen ein Auslandspraktikum absolviert. Es geht um Linn und Marlene, zwei Schülerinnen aus einem Niederländisch-Differenzierungskurs der Stufe 10 bei ihrem Lehrer Reiner Winkels, der sich um die Praktikumsstellen und um die Unterbringung der Schülerinnen gekümmert hat. In beiden Fällen waren die Kontakte zum Gerrit Komrij College in Winterswijk hilfreich, eine große Schule in Winterswijk, mit der das Remigianum früher einen Schüleraustausch unterhalten hat. So erfolgte die Unterbringung von Marlene und Linn in der Familie von Odette, einer Schülerin dieser Schule. Zu ihr standen die deutschen Schülerinnen bereits Wochen vorher über die sozialen Medien in Kontakt. Und Odette ließ es sich auch nicht nehmen, ihren deutschen Gästen das neue Schulgebäude in der Nähe des Winterswijker Bahnhofs zu zeigen und ihnen einen Einblick in den Schulaaltag zu gewähren, wozu trotz der Praktika Gelegenheit bestand.

Mit Blick auf die Gastfamilie von Odette betonen die Schülerinnen, wie sehr sie sich dort willkommen gefühlt haben und wie sie in das Familienleben integriert wurden. Nach Feierabend kam keine Langeweile auf, denn die Familie wusste Linn und Marlene hervorragend in gemeinsame Aktivitäten einzubinden, z.B. bei einem Spieleabend oder beim Bowlen. Chris, der Familienvater betont in einer Mail, wie sehr auch seine Familie, insbesondere seine beiden Kinder Huub und Odette, von diesen Kontakten profitieren – eine win-win-Situation auf beiden Seiten also.

Beide Schülerinnen hatten letztes Jahr bereits in Deutschland ein Betriebspraktikum absolviert. So war es spannend und interessant, zu vergleichen, wie sich die Kommunikation am Arbeitsplatz und auch Arbeitsabläufe in den Niederlanden unterschiedlich gestalten. Dabei stand Linn, die ihr Praktikum in einem Fitness-Studio, dem Sportschool Wenters, absolvierte, im Umgang mit Mitarbeitern und Besuchern des Studios vor besonderen kommunikativen Herausforderungen. So musste sie sich erst daran gewöhnen, den ganzen nur Niederländisch zu hören und zu sprechen, aber bereits am zweiten Tag war die Sprachbarriere weitgehend überwunden und Linn war in der Lage, sich selbstständig handelnd in das Geschehen im Fitness-Club einzubringen. Bei Jansen Invest, einem Finanzdienstleister, bei dem Marlene ihr Praktikum absolvierte, ging es dagegen ruhiger und beschaulicher zu. Hier hatte die Schülerin  überwiegend mit der Firmeninhaberin Vanessa Jansen zu tun, mit der die Zusammenarbeit auf sprachlicher wie auch auf sachlicher Ebene reibungslos funktionierte. Marlene hebt hervor, wie abwechslungsreich ihr Arbeitstag war, was vor allem daran liegt, dass Jansen Invest breit aufgestellt und in verschiedenen Branchen tätig ist. Einmal formaleres Niederländisch in Vertragstexten zu lesen und dieses dann mit der deutschen Version zu vergleichen, war spannend. Marlene erlebte die Mitarbeiter als offener und zugänglicher als bei ihrem Praktikum in Deutschland, wodurch sie tiefere Einblicke in deren Arbeitswelt erhielt. Die Kommunikation funktionierte reibungsloser als vorab angenommen.

Beide Schülerinnen teilen die Einschätzung, dass es sich bei den Auslandspraktika um eine sehr lehrreiche und vielseitige Erfahrung handelt, und so ist es zu begrüßen, dass künftig in jedem Jahr Schüler/innen des Gymnasiums ein solches Praktikum absolvieren werden. Praktika im europäischen Ausland stellen eine der Bedingungen auf dem Weg des Remigianums zur Europaschule dar. Gleiches gilt für ein bilinguales Unterrichtsangebot, das am Remigianum im kommenden Schuljahr in den Stufen 9 und 10 erstmals stattfinden wird.

Das Projekt ‚Auslandspraktikum‘ wird durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland sowie seine Programmpartnern ermöglicht und von der Europäischen Union (EU) kofinanziert. Dabei kamen die bewilligten Mittel der gastgebenden Familie zugute.

Quelle; Lyceum de Grundel