Von einer Praktikumswoche zu politischer Wirkung: Wie das Engagement eines jungen Menschen den Anstoß für Gespräche über die Zukunft der Grenzregion gab.
Anfang dieses Jahres absolvierte das EUREGIO-Youth-Mitglied Timo ein einwöchiges Praktikum bei der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen. Während dieser Woche hatte er die Gelegenheit, EUREGIO Youth vorzustellen. Mit großem Engagement und Überzeugung berichtete er über die Arbeit von EUREGIO Youth, die Chancen für junge Menschen in der Grenzregion und die Erfolge der vergangenen Jahre. Seine Präsentation hinterließ einen bleibenden Eindruck und wurde zum Ausgangspunkt für weitere Gespräche. Die ersten Ergebnisse dieses Austauschs wurden in dieser Woche sichtbar.
Im EUREGIO-Sekretariat in Gronau begrüßte die EUREGIO im Namen der SPD-Landtagsfraktion die Landtagsabgeordneten Inge Blask, Sprecherin des Ausschusses für Europa und Internationales, sowie Nina Andrieshen, Mitglied des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend. Im Rahmen dieses Kennenlerntermins stellte Timo erneut die wichtigsten Anliegen und Prioritäten junger Menschen in der Grenzregion vor. Grundlage dafür waren die Ergebnisse des Youth Congress vom November 2025.
Das Interesse war groß. Die Abgeordneten wollten mehr darüber erfahren, wie sich junge Menschen innerhalb der EUREGIO engagieren, welche Themen sie bewegen und wie bestehende Angebote leichter zugänglich und sichtbarer gemacht werden können. Auch die Entwicklung von EUREGIO Youth seit 2018 machte deutlich, dass Jugendbeteiligung weit über die Organisation einzelner Aktivitäten hinausgeht. Die Plattform schafft ein Netzwerk, in dem junge Menschen die Möglichkeit erhalten, sich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft der Grenzregion aktiv mitzugestalten.
Ein zentrales Gesprächsthema war die Zukunft der euregionalen Jugendbeteiligung. Bereits heute stehen zahlreiche Fördermöglichkeiten und finanzielle Mittel für grenzüberschreitende Projekte zur Verfügung – auch für Projekte, die von jungen Menschen selbst initiiert werden. Gleichzeitig sind diese Möglichkeiten oft noch zu wenig bekannt oder nur schwer auffindbar. Um Jugendbeteiligung langfristig zu stärken, ist eine gute Koordination unverzichtbar. Ebenso wichtig ist eine verlässliche strukturelle Finanzierung, damit erfolgreiche Initiativen nicht von zeitlich befristeten Projekten abhängig bleiben, sondern sich nachhaltig weiterentwickeln können.
Im weiteren Verlauf der Woche fand ein Online-Austausch mit den weiteren in Nordrhein-Westfalen aktiven Euregios statt, der an die Gespräche in Gronau anknüpfte. Jede Euregio verfolgt dabei ihren eigenen Ansatz in der Zusammenarbeit mit und für junge Menschen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen bestehende Initiativen, deren Nutzen für Jugendliche sowie erfolgreiche Ansätze, die sich gegenseitig ergänzen und stärken können. So entstand ein umfassender Überblick über die unterschiedlichen Formen euregionaler Jugendbeteiligung in Nordrhein-Westfalen.
Die Erkenntnisse aus beiden Gesprächen fließen nun in die Vorbereitung eines Antrags der SPD-Landtagsfraktion ein. Ziel ist es, Strategien für die euregionale Jugendbeteiligung langfristig institutionell zu verankern und nachhaltig abzusichern. Dadurch entstehen nicht nur bessere Voraussetzungen für neue Initiativen, sondern auch stabile Strukturen, die jungen Menschen dauerhaft Mitsprache und Mitgestaltung ermöglichen.
EUREGIO Youth bringt junge Menschen nicht nur miteinander in Kontakt. Wir bauen Brücken über Grenzen hinweg und investieren zugleich in die Menschen, die diese Brücken künftig weitertragen und ausbauen werden. Wir ermöglichen nicht nur Austausch, sondern gestalten die euregionale Zukunft aktiv mit. Denn die Grenzregion von morgen beginnt mit jungen Menschen, die heute die Chance erhalten, mitzudenken, mitzugestalten und mitzuentscheiden.
