“In der Grenzregion gibt es so viele Möglichkeiten, jeden Tag interkulturell zu arbeiten“

Kurze Vorstellung: Rieke Preuss (25) aus Ochtrup führt eine Untersuchung für EDL durch. Mit Hilfe einer Stakeholdersanalyse findet sie heraus, wer alles zum EDL-Netzwerk gehört und wer noch interessant sein könnte, um in das Projekt eingebunden zu werden. In diesem Interview erzählt sie mehr über die Recherche und teilt ihren Blick auf interkulturelle Zusammenarbeit.

Schulen im Blickpunkt

Rieke: „Für EDL habe ich mir in der letzten Zeit die ungefähr 1500 Schulen in der Grenzregion angeschaut. Dabei ging es um Grundschulen, weiterführende Schulen und Hochschulen. Ich habe mir zum Beispiel angesehen, an welchen Schulen auf der deutschen Seite schon Niederländisch angeboten wird und andersherum. So können wir herausfinden, welche Schulen möglicherweise Interesse an einer Partnerschule auf der anderen Seite der Grenzen haben könnten.“

Euregionale Bildung: Europa ganz nah

Rieke: „Ich mache dieses Praktikum bei EDL, da ich während meines Masterstudiums in European Studies in Löwen Niederländisch gelernt habe. Ich interessiere mich sehr für die Europäische Union und die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Am Anfang dachte ich, dass dies in Ochtrup nicht möglich sein würde, aber die Europäische Union ist mit Projekten wie EDL super nah bei uns.“

Deutsch-Französisches Diplom

Rieke hat in ihrem Bachelor Deutsch-Französische Studien an der Universität Regensburg und der Universität von Clermont-Ferrand studiert. Besonders an diesem Programm ist, dass sie in Deutsch und in Französisch studiert hat und dadurch ein Zeugnis hat, welches in Frankreich sowie in Deutschland gültig ist. Rieke: “So ein Programm, wo es möglich ist, ein Doppeldiplom zu bekommen, wäre auch sehr interessant für die deutsch-niederländische Region. Wir haben für unseren Auslandsaufenthalt auch finanzielle Unterstützung bekommen, was es möglich machte in beiden Ländern zu wohnen und zu studieren. In Zukunft ist es vielleicht auch möglich, ein ähnliches Deutsch-Niederländisches Programm zu realisieren.“

„So ein Programm wo es möglich ist ein Doppeldiplom zu bekommen wäre auch sehr interessant für die Deutsch-Niederländische Region.“

Aufwachsen in der Grenzregion

Als gebürtige Ochtruperin ist Rieke an der deutsch-niederländischen Grenze aufgewachsen. Rieke: „Während meiner Schulzeit bin ich oft in Enschede gewesen, um zum Beispiel auf den Markt zu gehen oder zu shoppen. Es waren schließlich nur 20 Minuten mit dem Zug. Deswegen fand ich es auch schade, dass ich nicht die Möglichkeit hatte Niederländisch auf der weiterführenden Schule zu lernen. Jetzt, wo ich Niederländisch spreche, sehe ich die Chancen, die sich bieten, wenn man in einer Grenzregion aufwächst, noch viel deutlicher. Es gibt so viele Möglichkeiten, jeden Tag interkulturell zu arbeiten. Weil unsere Sprachen sich auch so ähneln, sehe ich auch noch mehr die Chancen und den Nutzen, den es bietet die andere Sprache zu lernen. Niederländisch und Deutsch ähneln sich viel mehr als etwa Deutsch und Französisch oder Deutsch und Polnisch.“

Zukunft

Nach ihrer Zeit bei EDL wird Rieke für einen Freiwilligendienst nach Togo gehen. Rieke: „Und danach werde ich mich ab Oktober bewerben. Ich möchte gerne etwas machen in Richtung interkulturelle Zusammenarbeit und besonders gerne mit dem niederländischsprachigen Ausland. Sodass ich Gebrauch von meinen Sprachkenntnissen machen kann. Internationale Zusammenarbeit finde ich sehr interessant, aber ich begeistere mich auch sehr für Bildung. Da gibt es so viele Chancen, um viel über andere Länder und Kulturen zu lernen. Besonders in der Grenzregion.“

Möchten Sie mehr über grenzüberschreitende Bildungschancen erfahren? Das Projekt „Euregionale Bildungskette (EDL)“, das im Rahmen des europäischen Förderprogramms Interreg VI ausgeführt wird, bietet eine einzigartige Gelegenheit, tiefere Einblicke in grenzüberschreitende Bildungsmöglichkeiten zu gewinnen. Besuchen Sie unsere Projektwebsite für detaillierte Informationen zu aktuellen Aktivitäten der „Euregionalen Bildungskette (EDL)“.