Die drei Ausschüsse der EUREGIO haben sich am 21. Mai 2026 auf dem Twente Safety Campus in Enschede getroffen. In der “Risk Factory” organisierte der deutsch-niederländische Kommunalverband ein “EUREGIO-Forum”. Dabei diskutierten die Ausschussmitglieder gemeinsam mit Expertinnen und Experten in mehreren Workshops die Themen: grenzübergreifende Zusammenarbeit im Kultursektor, die Idee einer in der gesamten EUREGIO gültigen Gesundheitskarte sowie die Frage der nachhaltigen Mobilität in städtischen und ländlichen Gebieten in der EUREGIO.
Den Horizont erweitern für noch mehr Kreativität
Die Teilnehmenden des Kulturworkshops waren sich einig, dass sie im Bereich Kultur wieder stärker zusammenarbeiten wollen. Dabei stellten sie fest, dass es auf beiden Seiten der Grenze in der EUREGIO bereits eine lebendige Szene von Kunst- und Kulturschaffenden mit vielen hervorragenden Projekten gebe, dass es aber noch besser sei, grenzenlos zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig auch noch mehr zu informieren, was im Nachbarland in diesem Bereich gerade passiere.
Auch die Idee einer gemeinsamen Eintrittskarte für den Besuch in Museen beider Länder wurde diskutiert.
Als Expertinnen waren in diesem Workshop die Direktorin des Rijksmuseum Twente, Caroline Breunesse, die Direktorin des Museum Oldenzaal, Nikki Olde Monnikhof, die Leiterin des Kult Westmünsterland, Silke Röhling, der Kulturreferent für Stadtkultur Rheine, Jan-Christoph Tonigs und der Vorstandsvorsitzende der Felixnussbaum-Gesellschaft, Heiko Schlatermund dabei.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Am schönsten wäre es, wenn es wieder ein gemeinsames Kulturprojekt in der EUREGIO gäbe. Das Netzwerk gibt es bereits aus vergangenen Initiativen dieser Art. Um die nötige finanzielle Förderung will sich die EUREGIO gemeinsam mit den Partnern aus dem Kunst- und Kulturbereich bemühen.
Eine Gesundheitskarte für die ganze EUREGIO?
Die Voraussetzungen und Vorteile einer euregionalen Krankenversicherungskarte diskutierten die Teilnehmenden eines weiteren Workshops an diesem Mittag gemeinsam mit den eingeladenen Expertinnen und Experten Monique Bruns vom Universitätsklinikum Münster, René van der Wissel vom CAK (zentrale Abrechnungs- und Verwaltungsstelle im niederländischen Gesundheitssystem), Marije Tempelman und Elisa Boekhorst von Bureau Acute Zorg EUREGIO, John de Kruiff und Richard van Calkar vom Krankenversicherer Menzis.
Während medizinisch notwendige Behandlungen generell durch eine Europäische Krankenversicherungskarte abgedeckt sind, gilt dies nicht für geplante Behandlungen. Eine euregionale Gesundheitskarte ermöglicht es in der Grenzregion, sich im Nachbarland fachärztlich behandeln zu lassen, wobei die Kosten von der Krankenversicherung im eigenen Land erstattet werden.
Solch eine grenzüberschreitende Gesundheitskarte für die geplante medizinische Versorgung würde für Patientinnen und Patienten mehr Sicherheit bei Behandlungen im Nachbarland bedeuten, bringt aber juristisch noch einige Herausforderungen mit sich. Unter anderem Krankenkassen, Dachverbände, Rentenversicherungen, aber auch die niederländischen Gemeinden, müssten dafür ins Boot geholt werden. Denkbar wären bei diesem komplexen Thema im ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen Grenzregionen, wo ähnliche Systeme bereits umgesetzt beziehungsweise getestet werden.
Nachhaltige Mobilität mit Weitblick
In einem dritten Workshop wurde das Thema der Mobilitätsplanung in Städten, in optimaler Anbindung an die umliegenden ländlichen Gebiete in der EUREGIO zwischen Osnabrück, Münster und Twente dargestellt und diskutiert.
Im Rahmen des Interreg VI A-Projekts MONT Mobility wurden anhand von Fallbeispielen verkehrspolitische Fragen in der Grenzregion erörtert. Wie kann beispielsweise eine Kommune einen Mobilitätsplan erstellen und sich dabei mit den umliegenden Gemeinden und Städten abstimmen? Vor allem, wenn diese jenseits der Grenze liegen. So wird lokale Mobilität zu einer euregionalen Aufgabe.
Tjeu Semmekrot, stellvertretender Geschäftsführer der EUREGIO sagte: „Im Workshop äußerten viele den Wunsch, dass bei städtischen Verkehrsplänen die Erreichbarkeit von außerhalb der Stadt berücksichtigt werden müsse. Ein Zeichen dafür, dass Stadtpolitik nicht isoliert betrachtet werden kann und regionale Einbindung ein unverzichtbarer Pfeiler ist. Hier können wir als EUREGIO eine verbindende Rolle spielen, indem wir der Verkehrspolitik in unseren Städten und Gemeinden eine euregionale Perspektive geben.“
Information über die drei thematischen EUREGIO-Ausschüsse „MOZER – Gesellschaftliche Entwicklung“, „Nachhaltige Raumentwicklung“ und „Wirtschaft und Arbeitsmarkt“ finden Sie hier.

Workshop Gesundheitskarte, ©EUREGIO

Workshop Nachhaltige Mobilität, ©EUREGIO