Den Blick auf das richten, was möglich ist: Erfolgreiches Netzwerktreffen von „Grenzenlos Inklusiv“ in Bocholt

Im Rahmen des Interreg-Projekts „Grenzenlos Inklusiv“ kamen die Projektpartner gestern, am 08.07.2026, zu einem inspirierenden Netzwerktreffen zusammen. Das Projekt konzentriert sich auf den Aufbau von Gastronomiebetrieben, in denen Menschen mit Beeinträchtigungen und Barrieren auf dem Arbeitsmarkt einen vollwertigen Arbeitsplatz erhalten. Verschiedene Schulen, Cafés und Organisationen arbeiten hierfür grenzüberschreitend Hand in Hand.

Während des Treffens wurde der Kern des Projekts von den Anwesenden noch einmal nachdrücklich unterstrichen: Der Fokus muss immer darauf liegen, was Menschen tatsächlich können, anstatt auf dem, was sie nicht können.

Die Stärke eines unterstützenden Netzwerks

Echte Inklusion beginnt mit einem nahtlosen Übergang von der Schule in den Beruf. Um sicherzustellen, dass Jugendliche nach ihrem Schulabschluss direkt in einen motivierenden Arbeitsplatz mit der passenden Begleitung wechseln, bauen die Partner ein enges Netzwerk aus Schulen, Institutionen und Unternehmen auf. Während des Treffens wurde betont, wie wichtig es ist, sich schon frühzeitig gemeinsam mit den Jugendlichen auf Entdeckungsreise zu begeben: Wo liegt ihre Leidenschaft und was macht sie wirklich glücklich? Indem anschließend gemeinsam geschaut wird, wie diese Träume verwirklicht werden können, sorgt das Projekt für eine persönlich begleitete, „warme“ Übergabe (einen nahtlosen Übergang). Der kontinuierliche Dialog zwischen allen Beteiligten ist hierbei der Schlüssel, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Praxisbeispiel: Restaurant „Bijzonder Gewoon“

Das Treffen fand an einem äußerst symbolträchtigen Ort statt: im Restaurant Bijzonder Gewoon in Bocholt. Dieses Restaurant, das während der Projektlaufzeit eröffnet wurde, ist der lebende Beweis dafür, wie erfolgreich das Konzept in der Praxis funktioniert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Unterstützungsbedarf erhalten hier die Chance, ihre Träume in der Gastronomie zu verwirklichen, und blühen dabei völlig auf. Die positive Wirkung reicht weit über den Arbeitsplatz hinaus. Eltern berichten stolz und überrascht, dass ihre Kinder die erlernten Fähigkeiten mit nach Hause nehmen; zu Hause räumen sie plötzlich von sich aus den Tisch ab oder helfen beim Abwasch. Dies zeigt den tieferen Wert sinnstiftender Arbeit: Sie stärkt die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen im Alltag. Dass das Konzept ankommt, zeigt sich auch an der Beliebtheit bei den Bürgerinnen und Bürgern von Bocholt: Das Restaurant zieht viele Gäste an, wobei besonders das Frühstück sehr gefragt ist.

Grenzenlos voneinander lernen

Das Hauptziel des Treffens in Bocholt war es, als niederländische und deutsche Partner intensiv voneinander zu lernen. Durch den offenen Austausch darüber, welche Maßnahmen in der Praxis funktionieren und welche eher nicht, können die Partner ihr gegenseitiges Wissen optimal nutzen. So muss das Rad nicht neu erfunden werden und das Projekt kann auf ein noch höheres Niveau gehoben werden. Mit diesem gelungenen Treffen wurde ein weiterer wichtiger Schritt getan. Gemeinsam bauen wir an einer grenzenlosen, inklusiven Zukunft!

Das Projekt „Grenzenlos Inklusiv“ wird durch das europäische Förderprogramm Interreg Deutschland-Nederland sowie die nationalen Partner unterstützt: die Provinz Overijssel, die Provinz Gelderland und das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE).