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Europabüro Bocholt: Deutsche und niederländische Kinder pflanzen Blumenzwiebeln

Blühende Grenze unter dem Motto „75 Jahre Frieden und Freiheit“

Quelle: 

© Europabüro Bocholt; Petra Taubach

21 deutsche und niederländische Kinder kamen am 9. November 2019 an die Dinxperloer Keupenstraat, um dort die ersten 3.500 Blumenzwiebeln für eine „Blühende Grenze“ zu pflanzen. Die 6 bis 10-Jährigen wurden an der Keupenstraat vom stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Bocholt, Reiner Bones, sowie vom Bürgermeister der niederländischen Nachbargemeinde Aalten, Anton Stapelkamp, und vom Vorsitzenden des internationalen Beratungsausschusses Bocholt-Aalten, Freek Diersen, begrüßt.

Die Pflanzaktion ist die erste Veranstaltung aus der Reihe „75 Jahre Frieden und Freiheit miteinander feiern“, die an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. „Wir wollen die Grenze zum Blühen bringen“, sagte Johannes Hoven, Vorsitzender vom Suderwicker Heimatverein, zur Begrüßung. Ein buntes Blumenmeer solle ausdrücken, dass die Grenze heute kein Hindernis mehr sei und man sich deutsche und niederländische Nachbarn schon lange gut verstehe. Gleichzeitig möchten die beteiligten Vereine auch daran erinnern, die Schrecken des Krieges nicht zu vergessen.

Gemeinsame deutsch-niederländische Idee

Die Idee zu diesem Anlass hatten die vier örtlichen Vereine Heimatverein Suderwick, Stichting Bewaar´t Olde Dinxperlo, Dinxpers Belang und die Bürgerinitiative Dinxperwick. Unter dem Motto „De grens bloeit - Die Grenze blüht“ möchten sie gemeinsam die Grenze, die durch den Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande am 10. Mai 1940 auf brutalste Art entwürdigt wurde, zum Blühen bringen. Die Keupenstraat eignet sich besonders für die erste Veranstaltung in dieser Reihe, weil dort 12 Grenzsteine aus unterschiedlichen Epochen stehen. Diese gelten als gemeinsames deutsch-niederländisches Kulturgut. Der älteste von ihnen wurde 1766 aufgestellt.

Buntes Blumenmeer

Krokusse, Tulpen und Narzissen werden an der deutsch-niederländischen Grenzen im kommenden Jahr genauso blühen wie Traubenhyazinthen, Kaiserkronen und Prärielilien. Die bunte Mischung hat der niederländische Gärtnermeister Henk van Langen zusammengestellt. Er erklärte den Kindern, wie sie die Zwiebeln pflanzen müssen. Diese kamen unter Leitung von Stephanie Binding, Martina Straatman und Simone Cent u.a. vom JuKids Suderwick.

Die restlichen 15.000 Zwiebeln wird van Langen in der kommenden Zeit gemeinsam maschinell entlang der Keupenstraat setzen. Im Frühjahr 2020 wird unmittelbar auf der Grenze ein 600 Meter langer Blühstreifen mit einer mehrjährigen Blumenmischung und einer besonderen Mischung für Insekten angelegt. Auch werden noch an einigen Stellen etwa 10 Meter lange Hainbuchenhecken gepflanzt, die lediglich 0,80 Meter hoch bleiben und den Grenzverlauf ebenfalls verschönern sollen.

Kommunen unterstützen Pflanzaktion

Die Pflanzaktionen werden von den beiden Gemeinden Aalten und Bocholt begrüßt und unterstützt. Bürgermeister Anton Stapelkamp freute sich, dass mit dieser Blumenpflanzaktion der Auftakt für die Veranstaltungsreihe an der Dinxperloer/Suderwicker Grenze war. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bocholt, Reiner Bones, würdigte mit dem 9. November 2019 den besonderen Tag für die Auftaktveranstaltung zur „Blühenden Grenze“ aus deutscher Sicht. Am 9. November 1938 war die Reichsprogromnacht. Am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin. „Ein freudiger Anlass für Deutschland, da auch damit eine Grenze verschwand“, so Bones.

Hintergrund: Veranstaltungsreihe zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Acht niederländische Gemeinden im Achterhoek und fünf deutsche Nachbargemeinden begehen im nächsten Jahr das Ende des Zweiten Weltkrieges in besonderer Weise unter dem Motto „75 Jahre Frieden und Freiheit miteinander feiern“. Auch in Dinxperlo finden aus diesem Anlass in 2020 Veranstaltungen statt, zu denen besonders auch Suderwicker Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Sie wurden ebenso wie die Dinxperloer 1945 von Krieg und Gewaltherrschaft befreit.

Quelle: Europabüro Bocholt (https://www.bocholt.de/rathaus/europabuero/)