FutureBEEing-Projekttreffen: Digitale Werkzeuge und gelebte Beteiligung für nachhaltige Stadtviertel

Wie können Kommunen und Regionen nachhaltige Wohnquartiere schneller, zielgerichteter und im engen Dialog mit der Bevölkerung entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmenden des FutureBEEing-Projekttreffens am 3. März 2026 im Provinzhaus Overijssel in Zwolle. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl die Weiterentwicklung des digitalen FutureBEEing-Tools als auch die praktischen Erfahrungen aus den Pilotquartieren.

Zum Auftakt hieß Projektleiterin Ulla-Britt Krämer die Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen und Pilotgebiete willkommen und gab einen Überblick über den aktuellen Stand des Projekts. Anschließend stellten die Projektpartner Bureau Overbodig und Inversable das FutureBEEing-Tool vor und beantworteten zahlreiche Fragen aus dem Plenum. Bei dem Tool handelt es sich um eine Open-Source-basierte Lösung, die vorhandene Informationen und Standards nutzt, um digitale Quartiersmasterpläne zu erstellen. Mithilfe von Konfiguration, Simulation und Bewertung können verschiedene Szenarien durchgespielt werden, sodass der Prozess der nachhaltigen Quartiersentwicklung deutlich beschleunigt wird.

Ein wesentlicher Baustein ist der Einsatz von Building Information Models (BIM). Sie ermöglichen es, unterschiedliche Optionen anschaulich zu visualisieren und komplexe Entscheidungen auf Basis der Anforderungen und Wünsche verschiedener Stakeholdergruppen zu treffen. Bestehende Instrumente im Bereich der Energiestrategie und der räumlichen Planung bilden die Grundlage für weitere Entwicklungen im Projekt. Das entwickelte Tool wird schrittweise in realen Quartieren getestet und kontinuierlich verbessert.

Besonders greifbar wurde FutureBEEing durch die Beiträge aus den Pilotquartieren. Vertreterinnen und Vertreter aus dem Stadtteil Osnabrück-Schinkel und aus Pesse in der niederländischen Gemeinde Hoogeveen schilderten, wie sie Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort einbinden. In Pesse wurden beispielsweise Dosen mit einer kurzen Umfrage im Ort verteilt – rund 80 Prozent der Bevölkerung haben sich beteiligt und ihre Ideen eingebracht. Im Stadtteil Osnabrück-Schinkel wurde der erste Schritt über eine katholische Kirchengemeinde gegangen, die den Kontakt zu den Menschen im Viertel suchte und Gespräche initiierte. In beiden Ortsteilen zeigte sich deutlich, dass Verkehrssicherheit und die Begrünung des Quartiers zu den obersten Prioritäten gehören. Zugleich wurde sichtbar, wie groß die Bereitschaft ist, sich als Bürgerin oder Bürger ehrenamtlich zu engagieren und das eigene Umfeld aktiv mitzugestalten. Weitere Pilotquartiere befinden sich derzeit noch im Anfrage- und Aufbauprozess.

In der zweiten Hälfte des Projektstreffens stand die praktische Arbeit mit dem digitalen Tool im Vordergrund. An sechs Workshoptischen unter dem Titel „Ein Szenario entwickeln mit dem digitalen Tool“ wurden unterschiedliche Fragestellungen bearbeitet. Die Teilnehmenden diskutierten unter anderem, welche Themen in den jeweiligen Quartieren besonders wichtig sind, welche Stakeholder bei einer Brainstorming-Sitzung unbedingt eingebunden werden sollten und welche praktischen sowie technischen Vorbereitungen nötig sind, um das Tool optimal einsetzen zu können. Im Fokus standen die Quartiere Osnabrück-Schinkel, Bad Bentheom, Den Andel, Wierden, Hoogeveen-Pesse und Aalten-Dinxperlo.

Ein abschließender Workshop widmete sich der Frage, wie der FutureBEEing-Prozess nach Ende der aktuellen Projektlaufzeit verstetigt und weitergeführt werden kann. Hier wurde deutlich, dass das Zusammenspiel aus digitalen Werkzeugen, fachlicher Expertise und lokaler Beteiligung der Schlüssel dafür ist, nachhaltige Quartiere langfristig erfolgreich zu entwickeln.

Foto: RPM

Foto: RPM

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Förderung der grenzüberschreitenden Kooperation

Das Projekt FutureBEEing wird im Rahmen des Interreg-VI A-Programms Deutschland-Nederland mit knapp 7 Millionen Euro gefördert. Die Finanzierung erfolgt durch die Europäische Union, das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE NRW), die Niedersächsische Staatskanzlei sowie die Provinzen Drenthe, Overijssel, Gelderland und Groningen.