Von der Wasserstoffdrohne bis zur Mega-Powerbank: Interreg-Projekt AGIT präsentiert den Bauernhof der Zukunft

Während der Abschlussveranstaltung des AGIT-Projekts am vergangenen Donnerstag, dem 3. September, wurde auf vier Jahre erfolgreicher deutsch-niederländischer Zusammenarbeit im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland zurückgeblickt. Dies war ein besonderer Moment, denn AGIT war 2022 das allererste Projekt, das im damals neuen Interreg-Programm genehmigt wurde und an den Start ging. Nach vier Jahren Zusammenarbeit war es nun Zeit für die Präsentation der verschiedenen Projektergebnisse.

In dem Projekt arbeiteten zehn Partner aus der Grenzregion eng zusammen: DNL-contact (Steinfurt, D), ADLER Arbeitsmaschinen GmbH & Co. KG (Nordwalde, D), ESTEDE Business Solutions BV (Aalten, NL), Evers Agro BV (Almelo, NL), Farmax Metaaltechniek BV (Denekamp, NL), FH Münster (Münster, D), Hans Wittrock GmbH Landtechnik (Rhede, D), Machinefabriek Boessenkool BV (Almelo, NL), Moormann-Schmitz GmbH (Kluse, D) und MTS Van der Veen (Geesbrug, NL).

Im Kern ging es in dem Projekt um die konsequente Senkung des Energiebedarfs durch den Einsatz von Leichtbaukonstruktionen und hocheffizienten Elektroantrieben. Diese werden mit Wasserstoff aus CO₂-freien Quellen des eigenen landwirtschaftlichen Betriebs gespeist, wie etwa Wind- und Sonnenenergie. Auf diese Weise belasten Feldarbeiten wie Düngung, Unkrautbekämpfung und Ernte die Umwelt deutlich weniger. Insgesamt arbeiteten die Projektpartner gemeinsam an zwölf verschiedenen Innovationen für die Landwirtschaft.

Augen in der Luft: Wasserstoffdrohne
Eines der Highlights des Projekts ist die entwickelte Wasserstoffdrohne der niederländischen Machinefabriek Boessenkool, die in Zusammenarbeit mit Ingenieuren des deutschen Projektpartners FH Münster gebaut wurde. Diese Drohne ist mit einer austauschbaren Wasserstoff-Brennstoffzelle ausgestattet, was eine erheblich längere Flugdauer und höhere Kapazität als bei herkömmlichen Akkus ermöglicht. Über den Feldern führt die Drohne Inspektionsflüge mit fortschrittlichen Sensoren durch, um Pflanzengesundheit, Trockenheitsstress und Bodenbedingungen präzise zu erfassen. Die gesammelten Luftdaten speisen direkt das zentrale Open-Source-Datensystem von AGIT, mit dem intelligente Bodenmaschinen wie Bewässerungssysteme und Spatenmaschinen äußerst präzise und teilschlagsspezifisch auf dem Feld gesteuert werden können.

Frederik Wanink (DNL-contact): „AGIT endet – die Maschinen fahren weiter“

Riesige Powerbank
Ein weiterer Höhepunkt war die Demonstration der mobilen Schnellladestation. Um Netzengpässen im ländlichen Raum entgegenzuwirken, entwickelten die Projektpartner ein intelligentes Energiespeichersystem, das überschüssige Sonnen- und Windenergie des Landwirtschaftsbetriebs in einem gigantischen Akku mit über 1.000 kWh speichert. Diese „Powerbank auf Rädern“ kann über einen Container auf einem Anhänger einfach an den Feldrand gefahren werden, um schwere elektrische Landmaschinen im Handumdrehen aufzuladen. Dass das Schnellladen in der Praxis hervorragend funktioniert, wurde direkt mit einem Augenzwinkern bestätigt: Einer der Projektpartner hatte sein eigenes Elektroauto bereits erfolgreich damit aufgeladen.

AGIT wird im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Auf niederländischer Seite wird das Projekt durch das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie die Provinzen Overijssel, Gelderland und Drenthe unterstützt. Auf deutscher Seite beteiligen sich die Ministerien der Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen an der Finanzierung.