Dürre ist ein wachsendes Problem für sowohl die Niederlande als auch Deutschland. Am 19. Mai stattete die Provinzialregierung (Gedeputeerde Staten) der Provinz Overijssel dem Dürreprojekt DIWA (Drought Strategies in Water Management) einen Arbeitsbesuch ab. Dieses Projekt ist Teil des Interreg-Programms Deutschland-Nederland und verdeutlicht die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Bereich Dürre. DIWA untersucht, wie beide Länder einander am besten unterstützen können.
An diesem Tag wurde unter anderem das Pilotprojekt Geelebeek / Rammelbecke besucht. In diesem Projekt arbeiten niederländische und deutsche Partner an der Renaturierung des Baches. Dies tun sie gemeinsam mit Landwirten auf beiden Seiten der Grenze.
Konkrete sichtbare Maßnahmen
Die verschiedenen Maßnahmen sind konkret und gut sichtbar. So wird die Bachzone angepasst und naturnahe Wehre werden angelegt, damit Fische das Wehr passieren und andere Abschnitte des Baches erreichen können. Diese Maßnahmen sind notwendig, da viele Bäche früher begradigt und vertieft wurden. Dadurch floss das Regenwasser schnell ab, anstatt im Boden zu versickern. Was früher für die Landwirtschaft und die Wassersicherheit vorteilhaft war, verursacht heute Probleme.
Indem Bäche wieder mäandern dürfen, der Grund angehoben wird oder natürliche Hindernisse hinzugefügt werden, fließt das Wasser langsamer. So kann das Wasser besser im Boden versickern und das Grundwasser anreichern. Das Bachtal wirkt dann wieder wie ein Schwamm: Es hält bei viel Regen das Wasser zurück und gibt es bei Dürre langsam wieder ab. Gleichzeitig verbessert sich die Wasserqualität. Pflanzen und Tiere erhalten so mehr Raum zum Wachsen und Leben.

Schwerpunkte
Während des Besuchs kamen auch einige wichtige Themen zur Sprache, wie die Stickstoffproblematik und der Erwerb von Grundstücken. Bei diesen Themen spielen Genehmigungsvorschriften und Bodennutzungsregeln eine wichtige Rolle. In der Praxis kann dies zu Verzögerungen führen. Waterschap Vechtstromen arbeitet hier mit der Provinz Overijssel zusammen.
Der Besuch endete am Wehr Stokkenspiek. Dort ist deutlich zu sehen, welche Aspekte im Pilotprojekt Geelebeek/Rammelbecke eine wichtige Rolle spielen. Es geht unter anderem um den Rückhalt von Wasser, die Verbesserung der Wasserqualität, die Anpassung der Bachzone und die Realisierung fischfreundlicher Wehre.

Im Namen der Waterschap Vechtstromen waren Vorstandsmitglied Gerald Aveskamp und Watergraaf Stefan Kuks anwesend. Sie betonten die Bedeutung eines gemeinsamen Ansatzes bei der Dürreproblematik durch deutsche und niederländische Partner. „Denn Wasserwirtschaft macht nicht an der Grenze halt. Deshalb arbeiten wir gemeinsam an einem robusten Wassersystem, das sowohl gegen Dürre als auch gegen Extremniederschläge besser gewappnet ist, unter Berücksichtigung von Landwirtschaft, Natur und Lebensraum.“
Gedeputeerde Martijn Dadema der Provinz Overijssel schließt sich dem an: „Wasser und somit auch Dürre kennen keine Grenzen. Daher legt die Provinz Overijssel großen Wert auf Projekte wie DIWA, in denen niederländische und deutsche Partner Wissen und Erfahrungen teilen, um gemeinsam an einem robusten Wassersystem zu arbeiten.“
Zusammenarbeit und Finanzierung
Im Interreg-Projekt DIWA arbeiten die folgenden zehn Partner zusammen: Waterschap Vechtstromen (Leadpartner), Waterschap Rijn en IJssel, Provincie Gelderland, Universiteit Twente, Kreis Borken, Kreis Steinfurt, Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Vechteverband und die EUREGIO. Das Projekt hat ein Budget von über 6,5 Millionen Euro, ist Teil des INTERREG Programms Deutschland-Nederland und wird von der Europäischen Union, dem Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und den Provinzen Gelderland und Overijssel finanziell gefördert.
