Das regionale Programmmanagement Interreg war bei der Abschlussveranstaltung des Bildungsprojekts Smart Solution Labs in Deurningen (NL) anwesend. Dieses Projekt brachte grenzüberschreitende Teams von Studierenden mit Unternehmen aus der Grenzregion zusammen. Einerseits ergänzten sich die Studierenden durch die Zusammenarbeit in internationalen Teams. Die teilnehmenden Studierenden kamen von der Hochschule Saxion aus den Niederlanden sowie der FH Münster und der Westfälischen Hochschule aus Deutschland. Andererseits gab es auch eine interdisziplinäre Ergänzung, weil Studierende aus verschiedenen Fachbereichen gemeinsam an realistischen und innovativen Entwicklungen für Unternehmen aus der Grenzregion arbeiteten. Damit wurde widergespiegelt, wie es im Berufsleben nach dem Studium oft zugeht. Es war eine Win-Win-Situation für alle Teilnehmer, da die Studierenden die Möglichkeit erhielten, in einer Lernumgebung an realistischen Fallbeispielen zu arbeiten, denen sie später auch im Arbeitsalltag begegnen könnten. Für die Unternehmen war es eine Möglichkeit, Zugang zu neuen und frischen Erkenntnissen zu erhalten. Die Studierenden arbeiteten praktisch in der Funktion einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung und entwickelten eigene Lösungsansätze
Konkret waren die Studierenden im Rahmen des Projekts acht Wochen lang in Smart Labs aktiv. Zu Beginn eines Smart Labs erhalten die Studierenden Aufgaben, wie beispielsweise selbstständige Untersuchungen oder der Austausch mit Experten. Im weiteren Verlauf des Projekts arbeiten sie an neuen Herangehensweisen für innovative Konzepte oder sogar Prototypen. Renate Warmers, Projektleiterin von Smart Solution Labs, erklärte, dass insgesamt 112 internationale Studierende an dem Projekt teilgenommen haben. An dem Projekt nahmen nicht nur niederländische und deutsche Studierende teil, sondern es haben sich Studierende unterschiedlichster Nationalitäten angemeldet. Das war auch problemlos möglich, da die Sprache zwischen den Studierenden und den Unternehmen Englisch war. Kürzlich wurde das Projekt mit den Studierenden während der Tech.Land Xperience in Münster abgeschlossen, wobei sie ein letztes Mal an einem kleinen Smart Lab teilnahmen. Diesmal arbeiteten sie nicht acht Wochen lang an praktischen und innovativen Lösungen, sondern in nur 90 Minuten. Dabei zeigten die Studierenden, wie unglaublich kreativ sie denken können.

Ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und einem Unternehmen im Rahmen eines Smart Labs war der Auftrag von REMA Germany aus Gescher. Dabei wurde untersucht, wie Künstliche Intelligenz die Identifikation und Bewertung von Dieselpartikelfiltern unterstützen kann. Hierfür wurden zwei KI-Modelle entwickelt, trainiert und getestet wurden, die Schäden mittels Bilderkennung analysieren und automatisierte Entscheidungen ermöglichen. Das Konzept lässt sich mit dem System der Rückgabe von recycelbaren Trinkflaschen im Supermarkt vergleichen, ist jedoch wesentlich ausgefeilter.

Die Projektpartner haben sich in den letzten Jahren zum Ziel gesetzt, den Studierenden eine interkulturelle Erfahrung direkt vor der Haustür zu ermöglichen. Wie wichtig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist, zeigt sich bei der Bearbeitung von Aufgaben. Aufgrund der unterschiedlichen Mentalitäten und Herangehensweisen beider Nationalitäten ergänzen sich die Studierenden gegenseitig und sorgen so gemeinsam für einen größeren Mehrwert. Dafür bringen alle Studierenden das Wissen aus ihrem eigenen Studium in den Niederlanden oder Deutschland mit. „Unbekannt macht ungeliebt“ – aber in diesem Interreg-Projekt wollten die Partner mit der Vorstellung aufräumen, dass der Arbeitsmarkt an der Grenze aufhört.
Das Projekt „Smart Solution Labs“ wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Darüber hinaus beteiligen sich folgende Interreg-Partner: das Ministerium für Wirtschaft und Klima und die Provinz Overijssel auf niederländischer Seite und das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klima und Energie NRW auf deutscher Seite.