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Parlamentarier besprechen die Bedeutung der Ost-West-Verbindung Corridor2 in der EUREGIO

Transnationale Infrastruktur ist Thema eines politischen Gesprächs in Bad Bentheim

BAD BENTHEIM/GRONAU/ENSCHEDE, 21. Dezember 2012 – Die Europarlamentarier Ismail Ertug und Matthias Groote (beide S&D) besprachen am Donnerstag gemeinsam mit Gerd Will (SPD), Landtagsabgeordneter Niedersachsens, und weiteren regionalen Politikern aus Deutschland und der Niederlande die Wichtigkeit des transnationalen Infrastrukturnetzes in Europa. Hauptthema war die Rolle der EU, sowohl im Rahmen von Förder- als auch Planungsmöglichkeiten, in der Entwicklung des Corridor2 aus dem europäischen Verkehrskernnetzwerk. Die anwesenden Politiker, darunter auch Dr. Volker Pannen, Bürgermeister der Stadt Bad Bentheim, Hermann Pieper von der Provinz Overijssel (NL) und der EUREGIO-Präsident Günther Alsmeier, waren sich einig über die große Bedeutung einer intelligent ausgebauten und nachhaltigen Verkehrs- und Transportverbindung von Polen bis nach England.

Für den Ausbau dieser Verbindung sind nicht nur regionale und nationale Regierungen verantwortlich, auch die EU kann durch ihr transeuropäisches Verkehrsnetzwerk-Förderprogramm (TEN-T) an einer wirtschaftlich starken Zukunft mitarbeiten, wie Ismail Ertug betonte: „Die Planungs- und Finanzierungshoheit liegt bei den Mitgliedstaaten, doch die Europäische Union (EU) bezuschusst Projekte mit dem größten Mehrwert für Europa. Dabei liegt der Fokus auf grenzüberschreitenden Lückenschlüssen und dem Erreichen von Interoperabilität“.

Die EUREGIO hat das Thema bereits vor einiger Zeit als besonders zukunftsträchtig erkannt und gemeinsam mit deutschen und niederländischen Partnern eine Initiative zur korridorweiten Zusammenarbeit gestartet. Diese hat mit einer erfolgreichen Konferenz in Osnabrück am 23. November diesen Jahres den ersten Schritt in Richtung eines gemeinsamen TEN-T-Antrags genommen. Insgesamt haben bereits mehr als 75 Personen und Organisationen aus England, den Niederlanden, Deutschland und Polen eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Europarlamentarier zeigten sich begeistert von diesen Anstrengungen. Groote, der auch auf der Konferenz in Osnabrück anwesend war, konnte über die Einzigartigkeit der Corridor2-Initiative in Europa berichten: „Corridor2 ist der einzige Korridor mit einer solchen Initiative. Dass muss genutzt werden in der Kommunikation in Richtung Europa und Kommission.“ Deshalb wollen Groote und Ertug ein politisches Treffen in Brüssel organisieren, das den Corridor2 thematisiert.

Vor dem Gespräch in Bad Bentheim waren die beiden Europarlamentarier, zusammen und auf Initiative von Gerd Will, zu einem Besuch in der EUREGIO-Geschäftsstelle in Gronau/Enschede. Bei dem Treffen lobten sie die erfolgreiche deutsch-niederländische Zusammenarbeit innerhalb des EUREGIO-Gebiets. Zudem sprachen sie über die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Strukturpolitik der Europäischen Union (EU). Zentrale Erkenntnis war, dass auch in Zukunft die sozial-kulturelle Integration einen hohen Stellenwert für den Erfolg von grenzüberschreitenden Projekten in dem Bereich Innovation und der Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben muss. Groote sagte dazu, dass ohne das gegenseitige kulturelle Bewusstsein das beste Projekt nichts nutze.

Groote wurde begleitet von Timo Natemeyer, SPD Kreistagsabgeordneter von Osnabrück, und Will von Frau Dr. Daniela De Ridder, SPD Kreisvorsitzende der Grafschaft Bentheim.