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Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt bedarf weiterer Abstimmung

Europaministerin Schwall-Düren zum Arbeitsbesuch bei der EUREGIO

GRONAU/ENSCHEDE, 15. August 2013 – Frau Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, informierte sich bei einem Arbeitsbesuch in der EUREGIO-Geschäftsstelle über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Im Gespräch mit Vertretern aus Vorstand und Geschäftsführung standen die Entwicklungen zu einem offenen Arbeitsmarkt ohne hemmende Wirkung der Landesgrenzen zentral.

Wenn man im Nachbarland wohnen oder arbeiten möchte, dann ist die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden noch immer spürbar. Das Zusammenwachsen des EUREGIO-Gebiets zu einem Arbeitsmarkt bedarf deshalb noch weiterer Abstimmungsprozesse zwischen beiden Ländern. „Unterschiede in den nationalen Sozialversicherungssystemen und im Steuerrecht erschweren die Arbeitsaufnahme im Nachbarland“, erklärt Frau Dr. Schwenzow, Geschäftsführerin der EUREGIO. Auch die grenzüberschreitende Anerkennung von Abschlüssen und die Förderung der Kultur- und Sprachkenntnisse sind Herausforderungen auf dem Weg zu einer uneingeschränkten Mobilität. Genau diese Probleme müssen auf nationaler und regionaler Ebene angepackt werden, um qualifizierte Arbeitskräfte für die Region zu gewinnen und somit einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Der Reichtum der Grenzregion, also die kulturelle Vielfalt, muss genutzt werden, um Talente für die Region zu interessieren und an diese zu binden“, so Ministerin Schwall-Düren.

Bürgerberatung
Doch auch vor Ort unterstützt die EUREGIO den Abbau von Grenzhindernissen. „Wir bieten Bürgersprechstunden an, in denen Bürgerfragen über das Wohnen und Arbeiten über der Grenze beantwortet werden“, so Schwenzow. Unter Mitarbeit von Vertretern anderer Instanzen, wie beispielsweise den Finanzämtern und den Rentenversicherungsträgern, werden zudem spezielle Steuer- und Rentensprechstunden in den Mitgliedskommunen organisiert. Diese Bürgerberatung besichtete die Ministerin zum Abschluss ihres Besuchs und fand großes Lob für die Arbeit des ältesten grenzüberschreitenden Kommunalverbandes: „Mit diesem Angebot setzt die EUREGIO sich ganz konkret für den Abbau von Mobilitätshindernissen ein und macht den Bürgern somit den Arbeitsmarkt über der Grenze zugänglich.“ Dass die EUREGIO für diese Arbeit mit den anderen Euregios im engen Kontakt steht, befürwortete die Ministerin sehr. Auch andere Beratungsformen, wie das neue online Grenzpendlerportal (grenzpendler-info.de), sah sie als wichtige Entwicklung.  

Das Projekt ‘Bürgerberatung' wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Wirtschaftsministerien von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen und der Provinzen Overijssel und Gelderland kofinanziert.