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Berufliche Bildung bei den Nachbarn

GRONAU/ENSCHEDE, 2. September 2015 – Die EUREGIO hat in Zusammenarbeit mit Lambert Teerling, Berater für Berufsbildung, eine Broschüre herausgegeben in der zum ersten Mal das deutsche und niederländische Berufsbildungssystem und ihre Besonderheiten gemeinsam erläutert werden.
 
Für viele Grenzpendler und ihre Arbeitgeber in der Region ist die Berufsbildung im Nachbarland häufig noch ein unverständliches Thema. Was versteckt sich hinter Abkürzungen wie BOL auf niederländischer Seite und was ist auf deutscher Seite mit BGJ gemeint? Um mehr Klarheit zu schaffen, hat Lambert Teerling in Zusammenarbeit mit der EUREGIO einen Leitfaden geschrieben, der genau diese Undeutlichkeiten in der benachbarten Berufsbildung erklären soll. Anhand von neun Fragen, wie etwa „Wer zahlt?“, werden die wichtigsten Besonderheiten verständlich erklärt. So unterscheidet sich das Finanzierungsmodell in beiden Ländern sehr stark voneinander: Während in Deutschland die finanzielle Hauptlast bei den auszubildenden Betrieben liegt, sind es in den Niederlanden die staatlich finanzierten Berufsschulen (ROC’s).
Überraschend ist die Aussage, dass eine offizielle Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen häufig (z.B. bei Maurern und Köchen) kein großes Hindernis sei, wenn man jenseits der Grenze arbeiten will. Viel wichtiger sei es, so Lambert Teerling, alle Interessengruppen über die Ausbildungsinhalte auf der anderen Seite der Grenze zu informieren, um so Vertrauen und Transparenz zu schaffen. Für andere Berufe (z.B. im Pflegebereich) ist eine Vereinfachung der Anerkennung nach wie vor unerlässlich. Besonders in Zeiten des demografischen Wandels und des Brain Drains ist es wichtig, dass Arbeitnehmer und -geber sich auch jenseits der Grenze orientieren. 
 
Die zweisprachige Broschüre ist bei der EUREGIO (Gronau) und auf der Website www.euregio.eu als Download frei erhältlich.
 
Die Herausgabe und Erstellung der Broschüre „Die berufliche Bildung bei den Nachbarn“ wurden im Rahmen des INTERREG IV A Projekts „Bürgerberatung“ mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziell unterstützt. Weitere (finanzielle) Partner waren: das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Niedersächsische Staatskanzlei, die Provincie Gelderland, die Provincie Overijssel, die Kreise Borken und Steinfurt, die Grafschaft Bad Bentheim und die EUREGIO.