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Studieren in den Niederlanden, gut zu wissen!

Als Praktikant bei der EUREGIO war ich am Montag, den 4. Februar, am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Gronau. Anlass war ein Projekttag der EUREGIO mit ihrem GrenzInfoPunkt, bei dem eine Gruppe von Schülern der Q2 des Gymnasiums über die Möglichkeiten und Bedingungen eines Aufenthaltes in den Niederlanden während ihres Studiums informiert wurden. Wo muss man sich registrieren, wenn man in den Niederlanden wohnen will? Was bedeutet das für meine Krankenversicherung? Gibt es besondere Bedingungen für Studierende? Wo muss ich Steuern zahlen, wenn ich einen Nebenjob habe oder ein bezahltes Praktikum im Ausland mache? Einige der Fragen, die die Grundlage für einen informativen Morgen bildeten mit Präsentationen, einem Weltcafé und einem Quiz zum Abschluss.

Nach einem kurzen Vorstellungsmoment und ein paar Fragen, um das Wissen der Schülerinnen und Schüler über die Niederlande zu testen und das Eis zu brechen, beginnt Sonja Adamsky vom GrenzInfoPunkt der EUREGIO ihre Präsentation über den Aufenthalt in den Niederlanden. Das Interesse scheint bei den Schülern geweckt zu sein und sie beantworten mühelos die Fragen, die ihnen zwischendurch gestellt werden. Dennoch sind viele der Informationen für die Schüler neu. Was Cristina und Lisa, die an der Saxion Hogeschool in  Enschede studieren, erzählen, kommt ebenfalls gut an und führt gelegentlich zu überraschten Reaktionen auf die offenbarten kulturellen Unterschiede. Die Studentinnen erzählen den Schülern, was sie an der Hochschule erwarten können, denn es gibt nicht nur kulturelle Unterschiede zwischen Niederländern und Deutschen, sondern auch zwischen dem Leben eines Studierenden und dem eines Schülers.

Nach den Präsentationen sind die Schülerinnen und Schüler an der Reihe, Fragen zu Wohnen, Arbeit und Studium jenseits der Grenze zu stellen. Während des World Cafés haben sie die Möglichkeit, den Referenten thematische Fragen zu stellen, in denen es Raum für einen Dialog gibt, um tiefer auf die persönlichen Situationen der Teilnehmer einzugehen. So scheint es beispielsweise große Unterschiede in den grenzüberschreitenden Ambitionen der Studierenden zu geben. Einige wissen bereits, was und wo sie in den Niederlanden studieren wollen, andere haben kein Interesse an einem Studium in den Niederlanden. Dennoch wollen sie mehr über die Möglichkeiten erfahren. Abschließend wird mit einem digitalen Quiz noch einmal geprüft, ob die Schüler das Wissen aufgenommen haben, woraufhin die Gewinner einen kleinen Preis erhalten. Die Ergebnisse liegen letztlich eng beieinander, womit auch die anderen Teilnehmer zeigen, dass es ein lehrreicher Tag war.

Als Student in den Niederlanden und Deutschland fällt es mir zu, den Schülern etwas über meine Erfahrungen mit dem Studium auf beiden Seiten der Grenze zu vermitteln. Im Weltcafé scheint es, dass die deutschen Schüler in unterschiedlichem Maße daran interessiert sind, nach ihrem Abitur über die Grenze zu ziehen, und so spricht meine Geschichte als internationaler Student auch den einen mehr als den anderen an. Als niederländischer Gast an einer deutschen Schule fällt mir auf, dass die Schüler sich, unabhängig von ihrem persönlichen Interesse, unvermindert am Gespräch beteiligen. Wenn ich ihnen aus eigener Erfahrung über die manchmal etwas lockere Einstellung niederländischer Studierender im Gegensatz zu der meiner Meinung nach strukturierteren Arbeitshaltung meiner deutschen Kommilitonen erzähle, gibt es viel Gelächter. Daraus schließe ich, dass unsere Unterschiede auch die Eigenschaft besitzen, uns von Zeit zu Zeit näher zusammenzubringen.

Tjeu Semmekrot,

Praktikant bei der EUREGIO