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EU investiert in technologische Entwicklung

Zwei neue grenzüberschreitende Projekte genehmigt

Der INTERREG-Lenkungsausschuss EUREGIO hat zwei neue Projekte genehmigt. Damit fließen rund 2,1 Millionen Euro in die Förderung der technologischen Entwicklung im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Die Hälfte der Mittel stellt die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Den größten Teil der genehmigten Mittel bindet mit fast 1,8 Millionen das Medizintechnik-Projekt „SMOVE“. Ziel von SMOVE ist die Entwicklung eines elektronischen Gerätes, mit dem Bewegungseinschränkungen von Parkinson- oder Schlaganfallpatienten in den eigenen vier Wänden behandelt werden können. Rund 300.000 Euro fließen zudem in das Projekt „GEP digital“, das kleine und mittelständische Unternehmen dabei unterstützen soll, ihre Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe zu verbessern.

SMOVE
Das Projekt „SMOVE“ richtet sich hauptsächlich an Schlaganfall-Patienten und Patienten mit Hüft- oder Kniegelenkersatz, die ihre Rehabilitation im häuslichen Umfeld durchführen sowie an Parkinson-Patienten mit Bewegungseinschränkungen. Diese Zielgruppen benötigen eine langfristige medizinische Überwachung. Dazu wird ein intelligentes elektronisches Gerät entwickelt, das im häuslichen Umfeld einsetzbar ist und die Bewegungen der Patienten bewertet. Das tragbare Instrument soll die Muskel- und Herzaktivität, Bewegungssignale wie Beschleunigung und Balance und eventuell auch Atmungssignale messen. Diese Parameter können die Patienten künftig als direkte Rückkopplung für Übungen oder Übungsspiele nutzen. Ein derartiges Instrument erlaubt eine bessere Überwachung der Bewegungen der Patienten und eine bessere Auswertung durch die Gesundheitsdienstleister, wodurch weniger Behandlungen im klinischen Umfeld anfallen. Dadurch könnten nicht nur Gesundheitskosten, sondern auch die physische und psychische Belastung für die oft wenig mobilen Patienten gesenkt werden. An dem Projekt sind beteiligt: das Universitätsklinikum Münster, das Universitätsklinikum Groningen (UMCG) und das Forschungsinstitut Roessingh Research and Development in Enschede sowie verschiedene kleine und mittelständische Unternehmen aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Leadpartner ist die Firma Twente Medical Systems international aus Oldenzaal.

GEP digital
In dem Projekt „GEP digital“ soll eine neue Methodik zur Prozessvisualisierung und Prozessmodellierung, die bisher nur in Großkonzernen angewandt wird, in kleinen und mittelständischen Unternehmen erprobt werden. Bei dieser Methodik handelt es sich um die „Business Process Model and Notation“-Sprache (BPMN) 2.0, eine grafische Spezifikationssprache in der Wirtschaftsinformatik und im Prozessmanagement. Sie stellt Symbole zur Verfügung, mit denen Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe modelliert und dokumentiert werden können. Bis Ende des Jahres 2020 sollen 46 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland sowie in den Niederlanden sensibilisiert und zu befähigt werden, die neue Methodik eigenständig und bezogen auf ihre eigenen Unternehmensprozesse anzuwenden. In Zukunft lassen sich hierdurch beispielsweise sogenannte Medienbrüche, mangelnde Klärung von Zuständigkeiten oder Doppel- bzw. Mehrarbeiten vermeiden. Am Ende werden die teilnehmenden Unternehmen in der Lage sein, nicht nur ihre Produktionsprozesse, sondern auch vor- und nachgelagerte Prozesse wie Arbeitsvorbereitungsprozesse, Beschaffungsprozesse, Produktentwicklungsprozesse oder Vertriebsprozesse zu steuern und diese selbstständig immer wieder anzupassen. Auf diese Weise stärkt das Projekt deutsche und niederländische KMU in ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt. Die Federführung des Projektes übernimmt die Handwerkskammer Münster. Als Projektpartner sind unter anderem beteiligt: STODT Toekomsttechniek in Hengelo und die Wirtschaftsförderung des Landkreis Grafschaft Bentheim.

INTERREG-Förderung
Die INTERREG-Förderung hat das Ziel, die technologische Entwicklung im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zu stimulieren. Die beiden neuen Projekte haben zusammen ein Investitionsvolumen von rund 2,1 Millionen Euro. Im Rahmen des INTERREG-Programms „Deutschland-Nederland“ stellt die Europäische Union 1.046.302,19 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für die beiden Vorhaben bereit. Neben der Förderung der EU beteiligen sich die deutschen und niederländischen INTERREG-Partner mit zusammen 306.414,60 Euro. Zu den nationalen Kofinanziers zählen das Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, das niederländische Ministerie van Economische Zaken en Klimaat sowie die Provinzen Overijssel und Gelderland. Die regionalen Partner der beiden Projekte tragen 739.888,79 Euro zur Finanzierung der beiden Projekte bei.

(02.07.2019)