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Berufliche Bildung bei den Nachbarn

Quelle: 

EUREGIO

Sich in der Berufsbildung des Heimatlandes zurecht zu finden ist meist schon kompliziert genug, die Berufsbildung im Nachbarland zu ergründen dahingegen ist eine richtige Herausforderung. Vor dieser Herausforderung stehen besonders die vielen Grenzgänger und ihre Arbeitgeber in der Region. Seit kurzem gibt es jedoch ein von der EUREGIO herausgegebenes Übersichtswerk „Die berufliche Bildung bei den Nachbarn“, das sich dieses Problems annimmt.

Welche Rolle spielt eine Industrie- und Handwerkskammer in der deutschen Berufsbildung? Was beinhaltet der Lehrpfad BBL in den Niederlanden? Solche Fragen werden in „Die berufliche Bildung bei den Nachbarn“ systematisch und verständlich beantwortet. Es ist damit eine bislang einzigartige Publikation, das jene Elemente der Berufsbildungssysteme erklären will, die für Außenstehende fremd oder unverständlich sind. So werden anhand von neun Fragestellungen die wichtigsten Eigenarten der deutschen und niederländischen Berufsbildung erklärt.

Anerkennung von Berufsabschlüssen

Die Broschüre hält auch einige Überraschungen bereit. So ist, zum Beispiel, die offizielle Anerkennung von Berufsabschlüssen, entgegen weitverbreiteter Meinung, nicht immer das größte Hindernis, wenn man auf der anderen Seite der Grenze arbeiten will, da die meisten Berufe ein vergleichbares Äquivalent im Nachbarland kennen. Viel wichtiger sei es laut Autor Lambert Teerling, dass die entsprechenden Stakeholder ausreichend über die Ausbildungsinhalte auf der anderen Seite der Grenze informiert sind und so mehr Transparenz und Akzeptanz geschaffen wird. Für andere Berufe (z.B. im Pflegebereich) ist eine Vereinfachung der Anerkennung nach wie vor unerlässlich.

Notwendigkeit

In Zeiten des demografischen Wandels, um dem Brain Drain in der Region entgegenzutreten und die EUREGIO als Region insgesamt zu stärken, ist es besonders wichtig den grenzüberschreitenden Austausch von Fachkräften zu fördern. Um dies zu realisieren bedarf es jedoch eines besseren Verständnisses der benachbarten Bildungssysteme und genau da setzt „Die berufliche Bildung bei den Nachbarn“ an. Denn nur mit Verständnis des benachbarten Bildungssystems ist es möglich Vertrauen in das Bildungssystem und seine Absolventen zu entwickeln und somit den grenzüberschreitenden Austausch zu befördern.  

Die zweisprachige Broschüre ist bei der EUREGIO (Gronau) und auf dieser Website als Download frei erhältlich.

Die Herausgabe und Erstellung der Broschüre „Die berufliche Bildung bei den Nachbarn“ wurden im Rahmen des INTERREG IV A Projekts „Bürgerberatung“ mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziell unterstützt. Weitere (finanzielle) Partner waren: das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Niedersächische Staatskanzlei, die Provincie Gelderland, die Provincie Overijssel, die Kreise Borken und Steinfurt, die Grafschaft Bad Bentheim und die EUREGIO.