Follow us on:

Text Size
  • Increase
  • Decrease
  • Normal

Current Size: 75%

EUREGIO untersucht Möglichkeiten zur Förderung der grenzüberschreitenden Studentenmobilität

In der niederländischen Grenzregion Achterhoek gibt es weder eine Universität noch eine Hochschule. Angehende Studenten ziehen darum in der Regel in die größeren Städte des Landes, um dort zu studieren. Dies hat einen so genannten „brain drain“ zur Folge, da die Menschen nach ihrem Studium häufig nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren.

Für die Region und speziell für die Wirtschaft bedeutet der Fortzug junger Menschen einen großen Verlust. Die Chance für die Region liegt darin, Studieninteressierte zu einem Studium im nahe gelegenen deutschen Grenzgebiet zu motivieren. Sie könnten so in der Nähe ihrer Heimat wohnen bleiben und gleichzeitig an attraktiven Hochschulen in Deutschland studieren. Dadurch würde auch ihre Bindung an das Grenzgebiet gestärkt werden. Die Möglichkeit eines Studiums in Deutschland nehmen zurzeit jedoch nur wenige niederländische Studenten wahr.

Aufgrund dieses ungenutzten Potenzials hat der EUREGIO-Rat die EUREGIO-Geschäftsstelle damit beauftragt, eine Studie zum Thema grenzüberschreitende Bildungsmobilität durchzuführen. Konkret sollte untersucht werden, welche Maßnahmen nötig sind, um niederländische Studenten speziell aus dem Achterhoek dazu zu motivieren, sich für ein Studium in Deutschland zu entscheiden.

Chancen eines grenzüberschreitenden Studiums

Für die lokale Wirtschaft ist es von großem Vorteil, wenn ihr Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die im Nachbarland studiert haben. Sie beherrschen nämlich nicht nur die deutsche Sprache, sondern können beispielsweise auch zu einem Wissensaustausch auf technologischem Gebiet beitragen. Für die niederländischen Schüler bedeutet dies, dass sie ihre zukünftigen Chancen auf dem Arbeitsmarkt beträchtlich verbessern, wenn sie den Schritt über die Grenze wagen. Auch aus finanzieller Sicht lohnt es sich, einen Blick über die Grenze zu werfen, da die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten in Deutschland niedriger sind als in den Niederlanden. Zudem entfallen an deutschen Hochschulen die Studiengebühren. Darüber hinaus könnten die Studenten weiterhin ihrem Nebenjob nachgehen und ihr soziales Netzwerk in den Niederlanden pflegen, wenn sie in der Grenzregion wohnen bleiben.

Bisherige Maßnahmen zur Förderung der Bildungsmobilität

Um eine Übersicht über bereits bestehende Initiativen und Programme zu erhalten, hat die EUREGIO nicht nur einen Deskresearch durchgeführt, sondern auch mit den für die Hochschulbildung wichtigen Akteuren Kontakt aufgenommen. Dazu gehörten auf niederländischer Seite neben vermittelnden Einrichtungen wie der „Regio Achterhoek“, der „Platform Onderwijs & Arbeidsmarkt“ (POA) und der „Stichting Achterhoek VO“ auch Schulen im Achterhoek. Auf deutscher Seite wurden Hochschulen im Grenzgebiet befragt.

Was die niederländischen Einrichtungen betrifft stellte sich heraus, dass weder von den vermittelnden Organisationen noch von den Schulen bisher aktiv Werbung für ein Studium in Deutschland gemacht wurde. Als positiv herauszustellen ist jedoch der aktuell hohe Einsatz für die deutsche Sprache. Auf der anderen Seite der Grenze taten die Hochschulen bisher ebenfalls wenig für eine Anwerbung niederländischer Studenten. Einzelne Hochschulen bekundeten jedoch Interesse an einer kurz- bis mittelfristigen Anwerbung niederländischer Studenten. Vielversprechend ist zudem die Tatsache, dass einige Universitäten in der weiteren Umgebung des Achterhoeks deutsch-niederländische Kooperationsprogramme anbieten. Diese Zwischenvariante einer weiterführenden Bildung im Nachbarland kann ebenfalls dafür sorgen, dass die Grenzregion von Studenten als interessante Wohn- und Arbeitsumgebung wahrgenommen wird.

Eine weitere Erkenntnis der vorliegenden Studie ist die Tatsache, dass das sogenannte „Duitslanddesk“ – eine Initiative des DIA, des DAAD und des niederländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft zur Förderung der Studentenmobilität – sowohl von den vermittelnden Einrichtungen als auch von den Schulen im Achterhoek noch zu wenig wahrgenommen wird. Das Duitslanddesk (www.studereninduitsland.nl) informiert über die Möglichkeiten und Vorteile eines Studiums in Deutschland und verwaltet ein Stipendienprogramm speziell für Deutschland.

Zukunftsperspektiven

Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse hat die EUREGIO für alle betroffenen Einrichtungen auf niederländischer und deutscher Seite Empfehlungen formuliert, wie mehr junge Niederländer für ein Studium in Deutschland angeworben werden können. Eine wichtige Maßnahme für die vermittelnden Einrichtungen wäre die Einrichtung einer Kontaktgruppe, die den deutschen Hochschulen Unterstützung bei der Identifizierung wichtiger Studieninformationstage und –messen bietet. Zudem wäre es sinnvoll, an jeder Schule einen Beauftragten für die grenzüberschreitende Bildungsmobilität zu benennen. Diese Maßnahmen würden die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren entscheidend verbessern können.

Sie können die vollständige Studie über untenstehenden Link herunterladen.