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Neue Impulse für grenzüberschreitende Zusammenarbeit gesetzt

EUREGIO-Rat tagte heute in Enschede

ENSCHEDE/GRONAU, 27. Juni 2014 – Der EUREGIO-Rat hat während seiner Sitzung in Enschede sieben neue INTERREG-Projekte genehmigt, die den Bürgern und Unternehmen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zugute kommen. Die für die Projekte beantragten EU-Mittel sollen unter anderem den Nachbarsprachunterricht an Grundschulen fördern sowie die Zusammenarbeit der deutschen und niederländischen Rettungsdienste verbessern.

Mit dem Pilotprojekt „Junge Nachbarsprache“ wollen die Projektantragsteller dem Sprachunterricht in der Nachbarsprache an Grundschulen einen neuen Impuls geben. Die niederländische Grundschule OBS Kotten der Gemeinde Winterswijk plant die deutsche Sprache ab der 1. Klasse in den Lehrplan zu integrieren. An dieser Schule findet derzeit kein Deutschunterricht statt. Bei der Einführung von deutschsprachigem Unterricht möchte OBS Kotten eng mit der von Galen Grundschule aus Oeding zusammenarbeiten. Hier wird schon seit 2008 teilweise in der niederländischen Sprache unterrichtet. Lehreraustausch und das Übertragen von Kenntnissen stehen in diesem Projekt an erster Stelle. Die im Projekt gemachten Erfahrungen sollen in einer Datenbank gesichert und anderen Grundschulen zur Verfügung gestellt werden.

Grenzüberschreitender Rettungsdienst
Schon in vergangenen INTERREG-Projekten stand die grenzüberschreitende Notfallversorgung zentral. Diese zeigten, dass es Undeutlichkeiten darüber gibt, welche Befugnisse das Rettungspersonal auf der anderen Seite der Grenze hat. Für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes ist nicht nachvollziehbar, wie sie im Nachbarland tätig werden können. In dem nun genehmigten Projekt „SourcE“ (Staff in cross-border urgent care in the EUREGIO) nehmen sich Acute Zorg Euregio und die Rettungsakademie Bocholt gemeinsam mit der EUREGIO dieses Problems an. Eine genaue Definition von juristischen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für Praktika, Hospitationen und einem Mitarbeiteraustausch im Rettungsdienst ist ein Bestandteil des Projektes. Außerdem wollen die Projektpartner die grenzüberschreitende Anerkennung von Abschlüssen sowie die Zertifizierung von Qualifikationen vorantreiben. Hierunter fällt auch ein Vergleich der Ausbildung zum Notfallsanitäter mit der niederländischen Ausbildung zum „Ambulanceverpleegkundige“.

INTERREG V
Die Fördermittel des INTERREG IV A-Programms sind inzwischen fast ausgeschöpft. Doch auch künftig können Institutionen, Organisationen, Unternehmen und Vereine im EUREGIO-Gebiet, die mit Partnern im Nachbarland zusammenarbeiten wollen, Fördermittel der Europäischen Union (EU) beantragen. Ein neues Förderprogramm für die Periode 2014 – 2020 ist bereits in Vorbereitung. Das Operationelle Programm „INTERREG V A Deutschland-Nederland“ liegt zur Zeit zur Genehmigung bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Mit einer Entscheidung wird im Herbst gerechnet. Die ersten INTERREG V A-Projekte können frühestens im Dezember 2014 starten.

Für den Zeitraum 2014 bis 2020 wird die EU voraussichtlich 222 Millionen Euro für grenzüberschreitende Projekte im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zur Verfügung stellen. Mit den Fördermitteln sollen deutsch-niederländische Kooperationsprojekte unterstützt werden, die die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der Grenzregion erhöhen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Im Fokus steht insbesondere die Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen – als wichtigstem Wirtschaftsmotor der Grenzregion. So sollen der Transfer von Wissen und Produktinnovationen grenzüberschreitend vorangetrieben werden.