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Machbarkeit grenzüberschreitende Route der Industriekultur untersucht

Industriedenkmäler könnten Türen für Touristen öffnen
Die DRU Fabrik in Ulft

GRONAU/ENSCHEDE, 13. Februar 2014 – Verschiedene Organisationen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wollen untersuchen lassen, ob es möglich ist, im EUREGIO-Gebiet Stätten der Industriekultur zu einer grenzüberschreitenden Route zu verknüpfen. Dank einer Förderung aus dem europäischen INTERREG IV A-Programm ‚Deutschland-Nederland’ kann die Untersuchung nun beginnen. Die Studie wird ausgeführt von der ‚Stichting HollandRoute’, die dabei eng mit den Beteiligten des Projektes zusammenarbeitet.

Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gibt es zahlreiche Industriedenkmäler mit Bezug zu Gewerbe, Industrie, Handel, Technik, Agrarkultur, Wasserhaltung und Infrastruktur. Auf Initiative der EUREGIO und ihrer deutschen und niederländischen Projektpartner soll nun geklärt werden, ob dieses Kulturerbe über eine grenzüberschreitende Route der Industriekultur für Touristen und einheimische Besucher erschlossen werden kann. Die Zielgruppen sind Fahrradfahrer, Wanderer ebenso wie Erholungssuchende, die mit dem Auto oder Motorrad unterwegs sind.

In Betracht kommen sowohl eine eigenständige physische und digitale Route als auch eine Verbindungsroute zwischen den bereits bestehenden Europäischen Routen der Industriekultur „HollandRoute“ im Westen der Niederlande und der „Regionalen Route Ruhrgebiet“. Die Hauptroute könnte die bedeutendsten Denkmäler der Region, darunter historische Fabriken, Verteidigungsanlagen, Wasser- und Windmühlen, Pumpwerke, Industriemuseen und geschichtliche Museen, miteinander verbinden. Als sogenannte Anker- und Startpunkte sind das LWL-Industriemuseum in Bocholt und der DRU-Komplex in Ulft im Gespräch. Die Ankerpunkte bilden zugleich den Ausgangspunkt für kleinere, regionale Routen. Weitere mögliche Stationen sind zum Beispiel das Westfälische Glockenmuseum in Gescher, das Eisenbahnmuseum in Stadtlohn, das Hamalandmuseum in Vreden und das Textilmuseum in Rheine. Zudem soll untersucht werden, ob auch innovative Unternehmen der heutigen Zeit für Besucher zugänglich gemacht werden können. Auch an das leibliche Wohl der Besucher wird gedacht: Gastronomische Betriebe, die in historischen Gebäuden angesiedelt sind, könnten als sogenannte Ruhepunkte zum Essen, Trinken und Verweilen einladen.

Außer der möglichen Routenführung soll auch untersucht werden, wie der grenzüberschreitende Kulturtourismus in Gang gebracht und der Erlebniswert der verschiedenen Sehenswürdigkeiten gesteigert werden können. Ziel ist es, dass die Geschichte erlebbar wird und die Touristen und Erholungssuchenden Einblicke in historische Zusammenhänge gewinnen können. Die Untersuchung soll zudem zeigen, ob eine grenzüberschreitende Route der Industriekultur finanziell machbar ist und ob es dafür genug Unterstützung gibt.

Europaweites Netzwerk
Die Europäische Route der Industriekultur („European Route of Industrial Heritage“ – ERIH) ist ein länderübergreifendes touristisches Informationsnetzwerk zum industriellen Erbe in Europa. Aktuell umfasst das Netzwerk über 1.000 Standorte in 43 europäischen Ländern. Rund 80 Ankerpunkte bilden die virtuelle ERIH-Hauptroute. Sechzehn regionale Routen führen die Besucher vertiefend in die Industriegeschichte der verschiedenen Landschaften ein. Alle Standorte sind dreizehn Europäischen Themenrouten zugeordnet, die die ganze Vielfalt europäischer Industriegeschichte und ihre gemeinsamen Wurzeln aufzeigen.

Finanzierung
Der Förderantrag für das Projekt ‘ERIH Euregio’ wurde von der Stichting EUREGIO Crossborder Consultancy (ECC) in enger Zusammenarbeit mit den Kreisen Borken und Steinfurt, der Stadt Bocholt, der Gemeinde Oude IJsselstreek, der Regio Achterhoek und der Provinz Gelderland eingereicht. Die Projektpartner tragen zusammen 20.000 Euro der Kosten. Die Europäische Union stellt für die Studie im Rahmen des INTERREG IV A-Programms ‚Deutschland-Niederlande’ weitere 20.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bereit. Die EUREGIO in Gronau ist verantwortlich für die Koordination.