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Münsteraner Kita erhält Verstärkung aus den Niederlanden

MONT-Initiative hat Erfolg und gewinnt EUREGIO als Berater

Quelle: 

Presseamt Münster

ENSCHEDE/GRONAU/MÜNSTER, 3. September - Der Bedarf an Fachkräften in den Münsteraner Kitas ist groß und so sind kreative Lösungen gefragt. Oberbürgermeister Markus Lewe hat in der Lösungsfindung einen neuen Weg gewählt, den Blick über die deutsch-niederländische Grenze gerichtet und Erfolg.Gemeinsam mit Dr. Elisabeth Schwenzow, Geschäftsführerin der EUREGIO begrüßt er in der Kita an der Gartenstraße Nicole Pintore, die erste niederländische Kinderbetreuerin.

„Dieser Einsatz ist für mich ‚gelebte’ deutsch-niederländische Kooperation und prägt eine Vorreiterrolle, so wie es das Städtenetzwerk MONT in vielen Bereichen anstrebt“, erläutert OB Lewe und will aber auch nicht verhehlen, dass es gerade in der Anerkennung von Berufsabschlüssen noch bürokratische Hausaufgaben gibt, die in Den Haag und Berlin gemacht werden müssen.

Die Idee, dem Fachkräftemangel auf deutscher Seite durch den Einsatz niederländischer Fachkräfte zu begegnen, wurde in einem Spitzengespräch der Oberbürgermeister von Münster, Osnabrück und der Netwerkstad Twente mit den Gemeinden Enschede und Hengelo - kurz MONT - sowie der EUREGIO im März des vergangenen Jahres geboren. Um frühzeitig zu agieren, haben sich die Stadtspitzen der MONT-Städte dafür ausgesprochen, mit der EUREGIO und den zuständigen Fachverwaltungen, dem Jugend- und Personalamt der Stadt Münster und der Gemeinde Enschede, eine grenzüberschreitende Lösung zu prüfen. In der Folge wurden mit zentraler Unterstützung der EUREGIO eine Informationsveranstaltung in Gronau und auch Hospitationstage in städtischen Kitas in Münster organisiert. „Die Resonanz war ausgesprochen gut  und die niederländischen Gäste waren von der Kindertagesbetreuung in Münster begeistert“, so Sybille Kratz-Trutti, Leiterin der Abteilung Tagesbetreuung in Münster, und erläutert, dass die Sprache grundsätzlich nicht als Hindernis gesehen wird, sondern das Hemmnis eher in der Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort liegt. Die Wegstrecke ist aber kein Hinderungsgrund für Nicole Pintore aus Enschede, die im August als Kinderpflegerin in der Kita an der Gartenstraße ihren Dienst aufgenommen hat.

Für die EUREGIO ist das Thema Wohnen und Arbeiten jenseits der Grenze  ein zentrales Aufgabengebiet und gehört zu den täglichen Aufgaben, so dass Dr. Elisabeth Schwenzow von den Chancen aber auch Hemmnissen weiß. „Die Unterschiede in den Sozialversicherungssystemen, im Steuerrecht und in der Rechtslage sind zentrale Themen unserer Bürgerberatung“, formuliert Frau Dr. Schwenzow  und ergänzt, dass gerade die grenzüberschreitende Anerkennung der Ausbildungsabschlüsse die größte Hürde auf dem Weg zu einem offenen europaweiten Arbeitsmarkt ist. In dieser Fragestellung werden sich die MONT-Partner gemeinsam mit der EUREGIO auch künftig auf europäischer Ebene engagieren, um eine Lösung für einen tatsächlichen europäischen Arbeitsmarkt einzufordern.