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Hürden in der grenzüberschreitenden Notfallversorgung abgebaut

Bureau Acute Zorg Euregio und Projektpartner stellen Ergebnisse vor

Quelle: 

MST

GRONAU/ENSCHEDE, 25. März 2015 –  Das Bureau Acute Zorg Euregio stellte gestern gemeinsam mit der EUREGIO, dem Universitätsklinikum Münster sowie der Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie Bocholt Konzepte zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Notfallversorgung im Grenzgebiet vor. „Bis 2020 soll die EUREGIO zu einer grenzenlosen Notfallversorgungsregion zusammenwachsen,“ so Cees Schenkeveld, Geschäftsführer vom Bureau Acute Zorg Euregio.

Im ländlich geprägten Grenzgebiet kommt es immer wieder zu Engpässen in der Notfallversorgung. Der Rettungsdienst kann nicht immer schnell genug am Notfallort sein oder der Weg zum nächstgelegenen Krankenhaus ist sehr weit. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der deutschen und niederländischen Institutionen kann eine bessere Versorgung gewährleisten und zusätzlich Kosten sparen. Jüngstes Beispiel ist die Zusammenarbeit des St. Antonius-Hospital in Gronau und dem Vrouw Kind Centrum des Medisch Spectrum Twente (MST) in Enschede, in dem seit kurzem auch deutsche Kinder behandelt werden.

Unsicherheit im Umgang mit Unterschieden
Die Projektpartner haben im Rahmen der INTERREG IV A-Projekte „ACRE“ (Acute Health Care Region - EUREGIO) und „SourcE“ (Staff in cross-border urgent care in the EUREGIO) Lösungskonzepte für eine uneingeschränkte grenzüberschreitende Notfallversorgung ausgearbeitet und gestern vorgestellt. Zum einen ging es um die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen der Rettungsdienst auf der anderen Seite der Grenze eingesetzt werden kann. Die Probleme wurden anhand von Fallbeispielen juristisch analysiert und mögliche Lösungen in einem Vorschlagskatalog zusammengefasst. Hierunter fiel zum Beispiel die Ungewissheit, welche Handlungen die Rettungsdienstmitarbeiter im anderen Land ausführen dürfen. Zum anderen haben die Projektpartner finanzielle Fragen, wie die Erstattung der Notfallbehandlung im Ausland, mit Kostenträgern besprochen. So wurde eine Stellungnahme der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland zum rechtlichen Rahmen für die Kostenerstattung erzielt. Aus den Gesprächen ist deutlich geworden, dass es oft rechtliche Grundlagen für die grenzüberschreitende Notfallversorgung gibt, diese aber nicht immer bekannt sind.

Auch mit dem Vergleich von Berufsqualifikationen sowie der Aus- und Weiterbildung der Rettungsdienstmitarbeiter haben die Projektpartner sich auseinandergesetzt. Sie haben ein Konzept entwickelt, das das Personal besser auf den Einsatz im anderen Land vorbereiten soll. “Dieses könnte im Rahmen der neuen Ausbildung zum Notfallsanitäter schon bald zum Einsatz kommen,” erklärte Bianca Dul, die als niederländische Notärztin im Kreis Borken arbeitet und an der Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie Bocholt lehrt.

Ziel: Euregionale Notfallversorgungsregion bis 2020
Um die Zusammenarbeit langfristig zu verbessern, wurde eine euregionale Lenkungsgruppe eingerichtet, die die grenzüberschreitende Notfallversorgung weiter ausbauen soll. Hier treffen sich Vertreter der Veiligheidsregio‘s Twente, Noord- und Oost-Gelderland und IJsselland sowie des Landkreises Grafschaft Bentheim und des Kreises Borken und beschließen zukünftig im Rahmen des geplanten INTERREG V A-Projektes „PREpare“ konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Notfallversorgung.  

Die Projekte „ACRE“, „SourcE“ sowie „PREpare“ wurden im Rahmen des INTERREG-Programms „Deutschland-Nederland“ mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziell unterstützt.