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Grenzgebiet nimmt Hürden des grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts in Angriff

Startveranstaltung und Unterzeichnung ‘Pakt: Arbeitsmarkt über die Grenze!‘ Initiativnehmer bündeln Maßnahmen für einen grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt.

Quelle: 

C. van der Meij

Gronau/Enschede/Ahaus. Am Donnerstag, 10. Dezember fand in Ahaus die Startveranstaltung des ‘Pakt: Arbeitsmarkt über die Grenze!‘ statt. Dabei wurden die teilnehmenden Initiativen vorgestellt und eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Der Pakt hat zum Ziel, mehr Dynamik in den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt zu bringen. Gleichzeitig schafft er Transparenz und stimuliert die Akteure, die Chancen zu nutzen und Grenzhürden aus dem Weg zu räumen.

Gut 120 Interessierte und Teilnehmer waren in Ahaus versammelt, um dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt neuen Schwung zu geben. Bei der Veranstaltung wurden die von Kommunen und Organisationen eingereichten Initiativen vorgestellt. Zunächst aber berichteten Grenzgänger von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit der Berufstätigkeit über die Grenze. Ein niederländischer Grenzpendler erzählte von seiner Arbeit im Haus Früchting in Vreden und ein deutscher Auszubildender von seinem Praktikum in den Niederlanden.

Unterstützung aus Den Haag, Berlin, Düsseldorf und Hannover gefragt
Rob Welten, Vorsitzender der EUREGIO, richtet sich im Namen aller Initiativnehmer direkt an die Regierungsvertreter: „Bei Unterschieden im Steuersystem und bei der Sozialversicherung sowie bei der Anerkennung von Berufsausbildungen im Nachbarland sind Sie, Vertreter aus Hannover, Düsseldorf, Den Haag und Berlin gefragt“. Dass sie den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt auf der Tagesordnung behalten werden, haben Dorothee Feller, Regierungsvizepräsidentin, MdB Ursula Schulte, Matthijs Huizing, Vorsitzender des Aktionsteams grenzüberschreitende Wirtschaft und Arbeitsmarkt, und Franz-Josef Sickelmann, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, mit Ihren Redebeiträgen und mit ihren Unterschriften bestätigt.

Gemeinsame Maßnahmen
Die Beiträge zum Pakt sind regional und sehr konkret. Sie richten sich an Arbeitssuchende, Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit grenzüberschreitende Ambitionen.
So planen JAWS und Job find 4 you, ein niederländisches und ein deutsches Personaldienstleistungsunternehmen, gemeinsam bis zum Ablauf des Jahres 2017 50 Arbeitsvermittlungen dies- und jenseits der Grenze durchzuführen mit dem Augenmerk auf langfristiger und nachhaltiger Integration im eingesetzten Unternehmen.

Sprachkurse und Betriebsbesuche
Die (teilweise gefühlte) Sprachbarriere, die sich in der Praxis aber oft schnell relativiert, wird aktiv und verstärkt angegangen von Grundschulen und Berufskollegs/ berufsbildenden Schulen sowie von Jobcentern jenseits der Grenze. Auch die Anfahrt zum Arbeitsplatz im Nachbarland, die wegen des manchmal fehlenden grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs erschwert wird, wird von Sociale Dienst Oost Achterhoek und Werkplein Twente zumindest für die Einarbeitungsphase über kreativen Lösungen behoben. Im Landkreis Grafschaft Bentheim können niederländische Arbeitssuchende bei speziellen Jobbusfahrten an einem Tag mehrere Unternehmen kennenlernen.

Viele Organisationen, wie die IHK Nordwestfalen, die Wirtschaftsförderungen und die Handwerkskammer Münster möchten nachdrücklich die grenzüberschreitenden Informationsströme optimieren in Bereichen wie etwa der Anerkennung von Abschlüssen und der Unternehmernachfolge. „Die EUREGIO ist positiv überrascht. Alle ziehen an einem Strang für eine starke grenzüberschreitende Wirtschaft“, so Dr. Elisabeth Schwenzow, Geschäftsführerin der EUREGIO.

Wie geht es weiter?
In den kommenden zwei Jahren werden die Initiativnehmer ihre Beiträge zum „Pakt: Arbeitsmarkt über die Grenze!“ gemeinsam mit ihren Partnern umsetzen. Natürlich werden sie auch aktiv, wenn es darum geht, die Interessen des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes aktiv in Düsseldorf, Den Haag, Hannover und Berlin zu vertreten. Und jeweils zum Jahresende heißt es für die Teilnehmer des Pakts zusammen zu kommen, um sich über den Fortschritt ihrer Initiativen auszutauschen. In der Zwischenzeit können alle Initiativnehmer sich an die EUREGIO wenden, um ihre Erfolge im Grenzgebiet an die Öffentlichkeit zu bringen. Auch bietet die EUREGIO Unterstützung bei eventuellen Herausforderungen.