Euregio jederzeit:

Schriftgrad
  • Vergrössern
  • Verkleinern
  • Normal

Aktuelle Grösse: 75%

Grenzüberschreitende Polizeiteams gehen weiterhin auf Streife

Die INTERREG-Förderung des deutsch-niederländischen Polizeiteams im EUREGIO-Gebiet läuft aus – die Arbeit geht erfolgreich weiter

GRONAU/ENSCHEDE, 28. März 2014 – Auf der am Freitag in Enschede stattgefundenen Abschlussveranstaltung des INTERREG IV A-Projektes „Grenzüberschreitendes Polizeiteam“ feierten deutsche und niederländische Vertreter den Erfolg dieser besonderen Kooperation in der EUREGIO. Die beteiligten Behörden unterschrieben eine Absichtserklärung zur Fortführung des europäischen Projektes.

Rund 20 niederländische und deutsche Polizisten patrouillieren seit 2008 gemeinsam im Gebiet der EUREGIO, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Da die Führung der binational besetzten Polizeiwagen je nach Land wechselt, können die Streifen ungehindert die Grenze überqueren, um zum Beispiel Verdächtige zu verfolgen. Gemeinsam widmen sich die Beamten jährlich rund 1.900 Fällen, darunter Wohnungseinbruch, Rauschgiftschmuggel und illegale Einwanderung. Finanziell unterstützt wurde das Pionierprojekt von der EU, dem niederländischen Innenministerium und den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Aktuelles Beispiel einer guten Zusammenarbeit zwischen der deutschen und niederländischen Polizei sei der kürzlich ohne Blutvergießen erfolgte Zugriff auf das von Enschede nach Schwerte geflüchtete niederländische Geiselnehmer-Paar Marco van der Ploeg und Merve Bircan, so EUREGIO-Geschäftsführerin Frau Dr. Elisabeth Schwenzow. Auch die Prävention spiele eine wichtige Rolle: „Als Anfang der Woche der ‚Nuclear Security Summit’ mit US-Präsident Barack Obama in Den Haag stattfand, hat das Grenzüberschreitende Polizeiteam durch verstärkte Kontrollen im Grenzgebiet mit dazu beigetragen, dass der Gipfel ohne nennenswerte Zwischenfälle verlief.“ Die europäische Idee eines freien Güter- und Personenverkehrs sei nur durch eine ebenfalls barrierefreie Polizeiarbeit umsetzbar, erklärte Frau Dr. Schwenzow.

Als eine Folge der guten polizeilichen Zusammenarbeit in der EUREGIO verlagerten sich in den letzten Jahren typische Grenzdelikte in die angrenzenden Grenzregionen. Erfreulicherweise sind nun aber auch in Bad Nieuweschans (Ems-Dollart-Region) und in Elten (Euregio Rhein-Waal) grenzüberschreitende Polizeiteams entstanden, sodass Kriminelle in Zukunft grenzweit ein Nachsehen haben dürften.

„Neben einer engeren Verzahnung der momentan drei grenzüberschreitenden deutsch-niederländischen Polizeiteams, ist auch eine Erhöhung der Schlagkraft des Grenzüberschreitenden Polizeiteams im EUREGIO-Gebiet geplant“, so Projektleiter Martin Piepmeyer von der Polizeidirektion Osnabrück. Beispiel einer Weiterentwicklung sei eine bereits eingerichtete Informationssammelstelle, die Daten bei den verschiedenen nationalen Polizeidiensten recherchiert und Informationen für die Arbeit des Grenzüberschreitenden Polizeiteams auswertet. Auch eine stärkere Einbeziehung des Teams in die Ermittlungsarbeiten der herkömmlichen Polizeidienste sei geplant, um zum Beispiel Zusammenhänge zwischen Taten herzustellen, die auf unterschiedlichen Seiten der Grenze verübt wurden.

Das Projekt „Grenzüberschreitendes Polizeiteam“ wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), des niederländischen Innenministeriums und der Wirtschaftsministerien der Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen finanziell unterstützt. Begleitet wird das Projekt durch das Programmmanagement bei der EUREGIO in Gronau/Enschede.