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Feuerwehren lernen den Brand zu ‚lesen’

EUREGIO-Rat genehmigt zwölf neue grenzüberschreitende Projekte

VREDEN/GRONAU/ENSCHEDE, 25. Juni 2013 – Der EUREGIO-Rat hat am Freitag, dem 21. Juni 2013, in Zwillbrock (Vreden) zwölf neue INTERREG-Projekte genehmigt, die das Leben im deutsch-niederländischen Grenzgebiet attraktiver und sicherer machen. Die Feuerwehren im Landkreis Grafschaft Bentheim, Kreis Borken und Region Twente erhalten Geld von der Europäischen Union, um bei der Schulung von Feuerwehrleuten zusammenzuarbeiten. Auch grenzüberschreitende Schulpartnerschaften, die berufliche Bildung und der interkulturelle Dialog werden mit EU-Mitteln gefördert.

Das von der Brandweer Twente eingereichte Projekt „Brainbox Brandgedrag“ bringt deutsche und niederländische Feuerwehrleute zusammen und verbessert den Austausch bei Ausbildung und Training. Kernstück des Projektes ist ein in den Niederlanden entwickeltes Unterrichtsprogramm über das Verhalten von Bränden und den Einsatz von Rauchgasventilationstechniken. Dabei benutzen Feuerwehrleute spezielle Ventilatoren um brennende Gebäude vom Rauch zu befreien. Je weniger Rauch, desto besser sind die Sicht und die Frischluftversorgung für die Einsatzkräfte und andere Personen. Zugleich sinkt das Risiko einer Rauchgasexplosion. Fehlt es jedoch an Fachkenntnis, können die Ventilationstechniken das genaue Gegenteil bewirken.

Mit der „Brainbox Brandgedrag“ lernen die Feuerwehrleute einen Brand zu ‚lesen’, sodass sie das Feuer mit dem jeweils wirksamsten Instrument bekämpfen können. Im Rahmen des Projektes sollen das Unterrichtsprogramm und die Lernmittel ins Deutsche übertragen werden. Zudem wollen die Projektpartner sich über Einsatzmethoden austauschen und ein grenzüberschreitendes Symposium organisieren. Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland von der Europäischen Union mit 20.530 Euro gefördert.

Der EUREGIO-Rat hat zudem elf weitere deutsch-niederländische INTERREG-Projekte genehmigt, darunter auch die Projekte „EUREGIO wisselt uit!“ (‚EUREGIO tauscht aus!’), „Berufausbildung plus Regio-Ticket“, „Fit für den Profit“ und „Nachbarn im Dialog“. Ein Teil der Genehmigungen gilt unter dem Vorbehalt, dass die Projektträger Unterlagen zur Kostenprüfung und Kofinanzierung nachreichen. Alle genehmigten Projekte zusammen haben ein Investitionsvolumen von rund 590.000 Euro. Etwa 250.000 Euro fließen dabei aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Das Projekt ‚NiederlandeNet’ wurde vom EUREGIO-Rat abgelehnt.

Über die EUREGIO
Die EUREGIO ist ein grenzübergreifender Zusammenschluss von 129 deutschen und niederländischen Städten, Gemeinden und Kreisen. Das Gebiet der EUREGIO erstreckt sich über rund 13.000 Quadratkilometer, in ihm leben etwa 3,4 Millionen Einwohner. Auf niederländischer Seite umfasst das Gebiet die Regios Twente und Achterhoek sowie Teile von Nordost-Overijssel und Südost-Drenthe, auf deutscher Seite das Münsterland, den Landkreis Grafschaft Bentheim, die Stadt und den Landkreis Osnabrück sowie Teile des südlichen Emslands. Die EUREGIO wurde 1958 gegründet und ist der erste grenzüberschreitende regionale Zusammenschluss in Europa. Aufgabe der EUREGIO ist die Förderung der sozial-kulturellen Zusammenarbeit und die Stärkung der wirtschaftlich-sozialen Entwicklung des Grenzgebiets.

Der EUREGIO-Rat ist das politische Organ der EUREGIO. Der Rat zählt 82 stimmberechtigte Mitglieder. Davon kommen 41 aus den Niederlanden und 41 aus Deutschland. Die Mitglieder werden auf Basis eines politisch-regionalen Schlüssels ernannt. Weitere Informationen sind im Internet unter der Adresse www.euregio.de verfügbar.

Über INTERREG
INTERREG ist ein Instrument der europäischen Kohäsions- und Regionalpolitik zur Minderung von Entwicklungsdifferenzen und zur Stärkung des wirtschaftlich-sozialen Zusammenhalts in der Europäischen Union. Im Rahmen des INTERREG IV A-Programms ‚Deutschland-Nederland 2007-2013’ stellt die EU aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) 138,7 Millionen Euro für grenzüberschreitende Projekte bereit. Zusammen mit der nationalen und regionalen Kofinanzierung hat das Programm ein Investitionsvolumen von 294 Millionen Euro.

Am INTERREG IV A-Programm ‚Deutschland-Nederland 2007-2013’ nehmen 14 Partnerorganisationen teil; dies sind im Einzelnen: die Wirtschaftsministerien der Niederlande, und der deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, die niederländischen Provinzen Groningen, Friesland, Drenthe, Overijssel, Gelderland, Noord-Brabant und Limburg sowie die Ems Dollart Region, die EUREGIO und die Euregios Rhein-Waal und rhein-maas-nord. Das Programmgebiet erstreckt sich über rund 460 Kilometer von der Nordseeküste bis zum Niederrhein und ist 46.737 Quadratkilometer groß. Die Einwohnerzahl beträgt 12,1 Millionen. Die Schwerpunkte bilden die Förderung von Wirtschaft, Technologie und Innovation, die nachhaltige regionale Entwicklung und die Verbesserung der gesellschaftlichen Integration. Weitere Informationen befinden sich im Internet unter www.deutschland-nederland.eu.

Redaktionskontakt

EUREGIO
Christoph Bönig / Lisa-Marie Möllmann
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