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EUREGIO und Werkplein Twente informieren über den deutsch-niederländischen Arbeitsmarkt

Die grenzüberschreitende Vermittlung von Arbeitsplätzen bietet Chancen für alle Beteiligten

GRONAU/ENSCHEDE, 17. Mai 2013 – In einer Konferenz zum Thema „Deutscher Arbeitsmarkt – Erfahrungen und Chancen für niederländische Arbeitsuchende“ hat die EUREGIO, gemeinsam mit dem Werkplein Twente, heute niederländische Gemeinden über die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung informiert. „Ein möglichst durchlässiger Arbeitsmarkt bietet Chancen für beide Seiten“, so der Vizepräsident des deutsch-niederländischen Kommunalverbandes, Jürgen Coße. „In der Region Twente gibt es derzeit mehr Arbeitslose. Dafür hat die deutsche Wirtschaft, und hier im Besonderen der in unserer Gegend starke KMU-Sektor, mit einem wachsenden Mangel an Fachkräften zu kämpfen“. 

Insgesamt mehr als 35 Teilnehmer, darunter überwiegend Vertreter der niederländischen Gemeinden aus der Region Twente, nahmen an der Veranstaltung teil. Anlass für die Konferenz gaben die in letzter Zeit stärker werdenden Forderungen aus der niederländischen Politik nach einer besseren Vermittlung von Arbeitslosen über die Grenze. Der aktuellen wirtschaftlichen Lage geschuldet, liegt die Arbeitslosenquote im Nachbarland derzeit bei über 10%, wohingegen im deutschen EUREGIO-Gebiet vergleichsweise geringe 5,1% der Bevölkerung eine Anstellung suchen. Es wird auch Hilfestellung bei der Arbeitssuche auf der anderen Seite der Grenze angeboten: die EURES-Berater bei örtlichen Agenturen für Arbeit helfen sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden dabei, eine passende Stelle zu finden.  

Dennoch gibt es auch Hindernisse bei der Arbeitsaufnahme im Ausland, wie Benno Hermelink, Regiomanager des UWV WERKbedrijf in Enschede, weiß: „Es gibt natürlich Unterschiede zwischen den Systemen der Renten-, Sozial- und Arbeitslosenversicherungen, was zu Problemen führen kann. Doch auf die meisten Fragen können wir auch befriedigende Antworten geben. Und im Endeffekt ist es immer besser, woanders zu arbeiten als zu Hause auf Sozialhilfe angewiesen zu sein“.

Zu den Rednern auf der Konferenz gehörte neben Benno Hermelink und Jürgen Coße auch Frau Kathrin Schneuing von der Agentur für Arbeit in Nordhorn. Sonja Adamsky und Herman Lammers von der EUREGIO-Bürgerberatung berichteten über häufig auftretende Probleme von Grenzpendlern sowie möglicher Lösungsansätze. Wethouder Patrick Welman von der Gemeinde Enschede unterstrich in seinen abschließenden Worten die Wichtigkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit. 

Aufgrund der guten Resonanz planen die beteiligten Institutionen in den nächsten Monaten eine zusätzliche Informationsveranstaltung für die Region Achterhoek sowie weitere Veranstaltungen speziell für Arbeitnehmer und Arbeitsuchende. Linda Blom, Abteilungsleiterin bei der EUREGIO und Leiterin des INTERREG-geförderten Projektes ‚Bürgerberatung’: „Wir erleben zurzeit eine umgekehrte Situation als noch vor 5-10 Jahren, als der niederländische Arbeitsmarkt besser dastand im Vergleich zu Deutschland. Mehr grenzüberschreitende Mobilität, und da geht es im EUREGIO-Gebiet ja oft um kürzere Strecken als innerhalb der jeweiligen Länder, kann diese Schwankungen in Zukunft abschwächen.“