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EUREGIO-Arbeitskreis setzt sich für den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt ein

Niederländische Arbeitssuchende können dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken

GRONAU/ENSCHEDE, 13. September 2013 – Deutsche Initiativen zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte wie „MobiPro-EU“ mit dem Unterprogramm „The Job of my Life“ leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der euregionalen Arbeitsmarktsituation. Hierüber waren sich die Teilnehmer des EUREGIO-Arbeitskreistreffens zum Thema Arbeitsmarkt und berufliche Bildung am vergangenen Mittwoch einig. „MobiPro-EU“ unterstützt europäische Jugendliche beim Beginn einer Ausbildung in Deutschland finanziell und trägt dazu bei, Lücken in den so genannten Engpassberufen zu füllen. So kann dem Fachkräftemangel und seinen negativen wirtschaftlichen Folgen durch die Rekrutierung von Arbeitnehmern aus dem Nachbarland begegnet werden.

Gerade im Grenzgebiet können die Initiativen der deutschen Bundesregierung einen wichtigen Beitrag leisten. Die niederländische Seite hat derzeit mit einer besonders hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen, so liegt diese in der Region Twente bei 10% (Juni 2013). Auf der deutschen Seite sieht es positiver aus mit Quoten von 5,8% in der Grafschaft Bentheim, 5,6% im Kreis Borken und 6,2% im Kreis Steinfurt (jeweils August 2013). Auch die Zahl der Arbeitslosen mit einer höheren technischen Ausbildung steigt in den Niederlanden an. Durch Hilfe der Projekte der deutschen Bundesregierung sowie der gezielten Unterstützung des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes durch die EUREGIO kann hier eine bessere Motivation zur Mobilität erreicht werden. „MobiPro-EU“ unterstützt Zuwanderungswillige zwischen 18 und 35 Jahren unter Anderem durch die Finanzierung von Sprachkursen, Reise- und Umzugskosten oder mit Leistungen zu Sicherung des Lebensunterhalts. 

Übliche Hemmnisse zur Arbeitsmarktmobilität wie große Entfernungen und erhebliche Kulturunterschiede fallen in der deutsch-niederländischen Grenzregion geringer aus. Dennoch konstatierten die Arbeitskreisteilnehmer wiederkehrende Probleme für Grenzpendler: Häufig sind Sprachkenntnisse unzureichend oder Unterschiede in der Besteuerung und Sozialversicherung machen das Arbeiten auf der anderen Seite der Grenze unrentabel. Mit dem Problem der Anerkennung von Berufsqualifikationen beschäftigt sich die zentrale Anlaufstelle IHK FOSA (engl. Foreign Skill Approval). Hier können sich Menschen mit einem im Ausland erlangten Diplom oder Abschluss mit Fragen und Anerkennungsanträgen an Fachleute wenden.